"Detox-Kampagne" bringt Textilproduzent zum Umdenken

Newsartikel - 26 Juli, 2011
Puma hat auf die Greenpeace "Detox-Kampagne" reagiert und sich öffentlich dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2020 aus der Verwendung gefährlicher Chemikalien auszusteigen. Dies betrifft sowohl den gesamten Produktlebenszyklus, als auch die gesamte Lieferkette des weltweit drittgrößten Sportartikelherstellers. Damit setzt sich das Unternehmen beim Wettrennen um eine "giftfreie" Zukunft von seinen Mitbewerbern Nike und Adidas deutlich ab.

Puma setzt diesen entscheidenden Schritt weniger als zwei Wochen nach der Veröffentlichung des Greenpeace-Reports "Schmutzige Wäsche" über Giftstoffe in der Textilproduktion. Die Greenpeace Analysen von Abwasserproben zweier großer Textilfabriken im Jangtse- und Pearlfluss-Delta belegen eine große Anzahl hormonell wirksamer sowie giftiger Chemikalien. Beide Fabriken beliefern große Player der Sportartikelbranche wie Adidas, Nike oder Puma.

Das erste Etappenziel der Detox-Kampagne ist mit dem öffentlichen Bekenntnis von Puma, künftig auf gefährliche Chemikalien zu verzichten, erreicht. Greenpeace ruft nun alle drei Unternehmen dazu auf, Sportsgeist und mehr Transparenz zu zeigen indem sie alle derzeit in der Produktionskette verwendeten Chemikalien offenlegen.

Das Greenpeace "Detox-Wettrennen" hat an Fahrt gewonnen: Erst am 23. Juli haben sich mehr als 600 Menschen vor Nike und Adidas Geschäften in zehn Ländern ihrer Nike- und Adidas-Bekleidung entledigt, um damit einen Striptease-Weltrekord aufzustellen.

Mit der Stellungnahme erfüllt Puma einige Greenpeace-Forderungen für die Herbeiführung eines Systemwechsels in der Textilindustrie:

  • Die Berücksichtigung des Vorsorgeprinzips beim Chemikalienmanagement,
  • einen klaren Zeitrahmen zum Ausstieg aus der Verwendung gefährlicher Chemikalien sowie
  • das Verhindern der Freisetzung von problematischen Substanzen innerhalb des Produktlebenszyklus und der Lieferkette von Textilien. Dies betrifft auch die Freisetzung, die von umweltverschmutzenden Aktivitäten wie Nassverarbeitung (Färben, Waschen, Bedrucken und der Stoffausrüstung) stammt.

Puma hat weiters bekannt gegeben, dass das Unternehmen innerhalb der nächsten acht Wochen einen Aktionsplan veröffentlicht, der im Detail beschreibt wie das Unternehmen seine Selbstverpflichtung erfüllen wird.

Gleichzeitig haben tausende Menschen eine Online-Petition an die Geschäftsführer der beiden Sportartikelhersteller geschickt und sie dazu aufgefordert, sich dafür einzusetzen, das wichtige Thema der Wasserverschmutzung anzupacken und ihren Worten Taten folgen zu lassen.

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