Test Bio-Warenkorb

Ein Greenpeace-Marktcheck im Jänner 2016

Newsartikel - 12 Jänner, 2016
Der Greenpeace-Marktcheck hat im Rahmen der Serie „Nachhaltigkeit im Test“ das Sortiment von Österreichs größten Supermärkten auf ihr Bio-Angebot hin untersucht. Nach Vorbild des statistischen Warenkorbs wurden 40 Produktkategorien definiert – von unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten über Milchprodukte und Brot bis hin zu Tee, Kaffee und beispielsweise Schokolade.

Test 1-2016, Test Bio-Warenkorb

Beim Test „Bio-Warenkorb“ hat Greenpeace abefragt, in wie weit diese Produkte in Bio-Qualität verfügbar sind, die Herkunft der Waren, die Transparenz bei der Kennzeichnung sowie die Sozialstandards bei Produkten aus dem Globalen Süden.

Das durchaus erfreuliche Ergebnis vorweg: Zum ersten Mal konnte Greenpeace die Höchstnote ‚Ausgezeichnet‘ bei einem Test vergeben – und das gleich an vier der insgesamt acht großen Supermarktketten im Test.

 Die Ergebnisse

Test Energie, 12-2015

Die Übersicht der Ergebnisse macht es deutlich: Mit dem umfangreicheren Standardsortiment haben sich die großen Supermarktketten gegenüber den Diskontern durchgesetzt. An der Spitze liegen ex aequo Merkur und Billa, ganz knapp gefolgt von Spar. Auf den letzten Plätzen – aber immer noch mit einem "Gut" für ihr Angebot – landen Lidl und PennyMarkt. Detaillierte Informationen zu den Test-Kriterien

Das Abschneiden der Märkte bei den Kriterien

Bei Billa und Merkur waren 38 der 40 abgefragten Produkte in Bio-Qualität in mehr als 80 Prozent der Filialen in Bio-Qualität verfügbar. PennyMarkt - als gutes Schlusslicht im Test - hat immerhin noch 21 Produkte im Angebot. Abgefragt wurde das Standardsortiment, die bei den Diskontern angebotenen Aktions- und Wochenartikel wurden hier nicht berücksichtigt.

Innerhalb des Warenkorbs hat Greenpeace 30 Produkte definiert, bei denen die Rohstoffe aus Österreich stammen könnten und sollten. Die Test-Ergebnisse zeigen den Trend zur Regionalität im Supermarkt: Bei allen Märkten war der überwiegende Großteil der Produkte auch tatsächlich aus Österreich. 

Die Kennzeichnung der Produkte ist gut, aber bei keinem Supermarkt lückenlos. Die Information über die Herkunft der Produkte des Bio-Warenkorbs ist mehrheitlich am Produkt oder am Regal angegeben. Die Transparenz bei der Herkunft ist also noch verbesserungswürdig.

Ähnlich verhält es sich bei den Sozialstandards – mit Ausnahme von Hofer sind bei den Märkten mindestens drei Viertel der Produkte bzw. deren Rohstoffe aus dem Globalen Süden mit einem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet.

Fazit

Die Greenpeace-Sprecherin Nunu Kaller zeigt sich erfreut, dass die KonsumentInnen in ganz Österreich die Möglichkeit haben, zu Bio zu greifen - auch bei den Diskontern.
Der Test des Bio-Warenkorbs zeigt aber auch, dass das Angebot noch vergrößert werden muss. Ausschließlich biologisch erzeugte Lebensmittel finden sich derzeit nur im Bio-Supermarkt bzw. bei den Bio-Hauszustellern.

Nachhaltigkeit am Prüfstand

Unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Test“ nimmt Greenpeace-Marktcheck regelmäßig das Sortiment des österreichischen Lebensmittelhandels unter die Lupe. Jeweils zu Monatsanfang wird im Hinblick auf die Erfüllung von nachhaltigen Kriterien ein Ranking der großen konventionellen Supermarktketten mit einheitlichem Sortiment veröffentlicht. Das Abschneiden der Supermärkte, die zugrundeliegenden Kriterien und Gewichtungen sowie Produktinformationen werden immer unter greenpeace.at/nachhaltigkeit-im-test veröffentlicht.

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