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Fragen & Antworten

zum Outdoor-Report 2012

 
Fragen & Antworten zum Outdoor-Report  
  • Was hat Greenpeace untersucht?

    Greenpeace hat in Österreich, Deutschland und der Schweiz Outdoor-Kleidung eingekauft und im Labor auf gefährliche Chemikalien untersuchen lassen. In jeder der 14 Regenjacken und -hosen haben wir umweltschädliche Schadstoffe gefunden. Es handelt sich dabei um vier Kinderjacken, eine Kinderhose und acht Damenjacken. Zwei Kleidungsstücke wurden in Österreich gekauft, neun in Deutschland und zwei in der Schweiz. Elf der 14 Produkte wurden laut Etikett in China produziert, je eines in Indonesien, Vietnam und der Ukraine.

  • Was sind die Ergebnisse?

    In jeder Probe sind PFC enthalten. Es handelt sich dabei um perfluorierte Kohlenwasserstoffe. Sie werden von vielen Markenproduzenten für die Herstellung von beschichteten, atmungsaktiven Materialien für Outdoor-Kleidung eingesetzt. Damit soll sichergestellt werden, dass wir mit solcher Kleidung von außen und innen trocken bleiben.

    In einigen Produkten, darunter auch in einem Produkt, das in Österreich gekauft wurde, wurden hohe Mengen von Nonylphenolethoxylate gefunden. NPE wird für Wasch- und Färbeprozesse verwendet.

    In jedem Produkte wurden Weichmacher (Phtalate) gefunden, darunter besonders hohe Mengen in einer Kinderregenjacke, die in Österreich gekauft wurde. In der Textilindustrie werden Phthalate für Kunstleder, Gummi sowie für Aufdrucke genutzt. Phthalate können das Hormonsystem stark beeinflussen und zu Unfruchtbarkeit oder Übergewicht führen.

    Einige Produkte enthalten Organozinnverbindungen, deren Verwendung wegen der Giftigkeit dieser Verbindungen bereits stark eingeschränkt ist. Zinnorganische Verbindungen werden als Biozide und Antipilzmittel eingesetzt. Wenn diese Chemikalien in die Umwelt gelangen, können sie sich im Körper anreichern und das Immunsystem sowie die Fortpflanzungsfähigkeit schädigen.

    Einige Produkte, darunter auch ein in Österreich gekauftes, enthielten auch Antimon. Es wird in der Herstellung von Polyester eingesetzt und seine Giftigkeit wird häufig mit der von Arsen verglichen.

    Weiters wurden in einigen Produkten Isocyanate gefunden, die bei der Polyurethan-Herstellung eingesetzt werden. Isocyanate können Allergien auslösen, haben eine starke Reizwirkung auf die Atemwege, können die Lunge schädigen und zu Asthma führen. Einige stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen.

  • Was sind PFC?

    Per- und polyfluorierte Chemikalien sind chemische Verbindun gen, in denen die Wasserstoffatome am Kohlenstoffgerüst vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt wurden. Die künstlichen Bindungen aus Kohlenstoff und Fluor kommen in der Natur nicht vor und sind so stabil, dass sie sich kaum oder gar nicht mehr aus der Umwelt entfernen lassen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass diese Chemikalien mittlerweile weltweit nachgewiesen werden: vom Schnee in den Alpen bis in die Tiefsee. Auch Blut von arktischen Eisbären und Dung von Pinguinen aus Feuerland ist mit PFC belastet.

  • Wie gelangen PFC in die Umwelt?

    PFC gelangen bei der Produktion und Verarbeitung PFC-haltiger Textilien sowie durch die Verwendung und Entsorgung PFC-haltiger Produkte in die Umwelt. So kommen auch Privathaushalte als Quelle in Frage, etwa durch das Waschen beschichteter Textilien. Wie viel PFC beim Waschen freigesetzt wird, wurde bisher nicht untersucht.

    Auch im Hausstaub und in der Innenraumluft sind PFC enthalten. Bei Luftmessungen in zwei deutschen Outdoor-Geschäften fanden sich besonders hohe Konzentrationen.

  • Was passiert mit PFC im Abwasser?

    Die meisten PFC werden in Kläranlagen nicht abgebaut. Ein Teil der Chemikalien sammelt sich im Klärschlamm. Der Rest gelangt mit dem „sauberen“ Klärwasser in Flüsse und Seen und verbreitet sich über Wasserwege rund um den Globus. Klärschlamm wird wegen seines hohen Nährstoffgehaltes häufig als landwirtschaftlicher Dünger verwendet. So kommen PFC auch in den Boden und ins Grundwasser oder reichern sich in Pflanzen an, die zu Lebensmitteln verarbeitet werden.

    Wissenschaftler fanden PFC in Fisch, Fleisch, Milchprodukten und Pflanzen, darunter auch in Getreide, das auf kontaminierten Böden gewachsen ist.

  • Was passiert mit Outdoorjacken am Ende ihrer Verwendungszeit?

    Was mit der Outdoorjacke passiert, wenn sie am Ende ihres Lebensweges im Müll landet, ist unklar. Vereinzelte Messungen an Mülldeponien zeigen eine erhöhte PFC-Belastung in der Luft. Zum Verhalten von PFC-haltigen Materialien in der Müllverbrennung liegen hingegen keine Daten vor. Denkbar wäre etwa, dass bei unvollständiger Verbrennung dioxinähnliche Substanzen entstehen. Hier besteht dringender Forschungsbedarf.

  • Welche gesundheitlichen Probleme sind mit PFC verbunden?

    Es ist bekannt, dass PFC hormonell wirksam und reproduktionstoxisch sind. Das bedeutet, dass sie einerseits die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen und das Kind im Mutterleib schädigen können.

    Über die Nahrung, die Luft und das Trinkwasser gelangen die Chemikalien in den menschlichen Körper. Die Aufnahme über die Haut ist nach bisherigen Erkenntnissen eher gering, jedoch reichern sich PFC vor allem im Blut an. Sie zirkulieren vergleichsweise lange im menschlichen Körper, daher hat man sie sogar im Nabelschnurblut und im Blut von Neugeborenen und in Muttermilch finden können.

  • Was fordert Greenpeace?

    Greenpeace hat bereits im Sommer des Vorjahres die Kampagne „Detox“ gestartet, das bedeutet „entgiften“. Greenpeace fordert von den Textilherstellern umwelt- und gesundheitsschädliche Produktionschemikalien durch ungefährliche Alternativen zu ersetzen.

    Bereits heute sind PFC-freie Materialien erhältlich. Greenpeace fordert, dass die Outdoor-Industrie diese Alternativen weiterentwickelt und für ihre Produkte einsetzt.