Japan ist wieder atomstromfrei!

Newsartikel - 17 September, 2013
Japan ist zum zweiten Mal in 14 Monaten atomstromfrei, nachdem der letzte aktive Atomreaktor des Landes vergangenen Sonntag für Wartungsarbeiten geschlossen wurde.

© Jeremy Sutton-Hibbert / Greenpeace

 

Das sind hervorragende Neuigkeiten. Die Schließung von Reaktor 4 am Kansai Electric Ohi Atomkraftwerk (als Folge der Schließung von Reaktor 3 zu Monatsbeginn) bietet der japanischen Regierung die Gelegenheit, alle Kraft daran zu legen, die Krise von Fukushima  unter Kontrolle zu bringen und das Land in eine nachhaltige Zukunft zu führen.

 

 

Die höchste Priorität von Premierminister Abe sollte es nun sein, das hoch radioaktive Wasser, welches aus den zerstörten Fukushima Reaktoren ausläuft, aufzuhalten und die Situation zu stabilisieren, sowie Japans atomare Infrastruktur einzustellen.

Er sollte seine Pläne zum Neustart der 50 heruntergefahrenen japanischen Reaktoren aufgeben und seine Verkaufsreisen, um verrufene Atomtechnologie in Übersee zu verkaufen, stoppen.

Das westliche Japan verzeichnete gerade den heißesten Sommer seit Aufzeichnungen und dementsprechend hoch war der Kühlbedarf in den öffentlichen und privaten Gebäuden und Einrichtungen. Obwohl nur zwei Atomreaktoren bis diesen Monat in Betrieb waren, kam es zu keinen Stromengpässen – genau wie letzten Sommer, als das Land keinen einzigen Reaktor in Betrieb hatte.

Die Nachricht ist laut und deutlich: Japan braucht keinen Atomstrom!

Saubere und nachhaltige Energie ist der einzige Weg uns alle vor den Risiken der Atomenergie zu schützen. Das japanische Volk und die Industrie haben bereits begonnen einen Wandel hin zu erneuerbaren Energien zu vollziehen. Seit April letzten Jahres wurden 3,36 GW erneuerbarer Energieausrüstung im ganzen Land installiert. Das Land könnte rasch ein globaler Vorreiter bei der Entwicklung von Wind-, Solar- und Geothermie-Technologien werden.

Japan hat eine immense Küstenlinie, die große Möglichkeiten für Windenergie auf hoher See bietet. Die Menge an Solarstrahlung, die Japan erreicht, bietet das Potential für eine hohe Produktivität von Photovoltaik.

Leider hat Japan diese Möglichkeiten der Entwicklung natürlicher Ressourcen völlig vernachlässigt, da die Atomlobby ihre Technologie voranbrachte und die derzeitige Regierung darauf fixiert ist, die alten Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen anstatt saubere Energie zu entwickeln.

Atomenergie war und wird immer ein Schranken für eine saubere, sichere und nachhaltigere Zukunft sein.

Greenpeace hat einen Fahrplan für eine solche Zukunft bereitgestellt. Dieses Szenario zeigt, dass Japan, hätte es bereits letztes Jahr eine strikte Energiestrategie verfolgt, seine erneuerbaren Energien bis 2015 auf 20,3% verdoppeln hätte können. Damit hätte Japan auch seine rneuerbaren Vorräte auf 43% bis 2020 erhöhen können. Alles was es dazu bräuchte, wäre die Abschaffung der Barrieren durch die japanische Regierung.

Der Albtraum von Fukushima verschlimmert sich weiter. Erst kürzlich informierte das Internationale Rote Kreuz (IFRC), dass die Evakuierung aufgrund des Fukushima Desaster mittlerweile 1.600 Menschen das Leben gekostet hat. Das ist mehr als die Anzahl der Toten, die 2011 dem Erdbeben und dem Tsunami zusammen zum Opfer gefallen sind. Die 160.000 Menschen, die ihre Häuser verloren haben, blicken weiterhin in eine unsichere Zukunft.

Die Atom-Ruine von Fukushima lässt immer noch hochgefährliche Gifte durchsickern, obwohl Premierminister Abe behauptet, die Situation sei „unter Kontrolle“. Anstatt falsche Behauptungen und leere Versprechen zu machen, müssten Abe und seine Regierung jetzt ein Zeichen im Sinne der Opfer von Fukushima setzen und der Atomenergie in Japan ein für alle Mal abschwören.

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