Schneemassen bringen Dach des AKW Tschernobyl zum Einsturz

Newsartikel - 13 Februar, 2013
Heute wurde bekannt, dass Schneemassen das Dach im 1986 havarierten Atomkraftwerk Tschernobyl zum Einsturz gebracht haben. Betroffen ist davon eine rund 70 Meter vom Sarkophag – der provisorischen Schutzhülle für den explodierten Reaktorblock – entfernte Maschinenhalle.

© Jan Grarup / Noor / Greenpeace

Vladimir Chuprov, Energiesprecher bei Greenpeace Russland schickt uns dazu seine Einschätzungen:

"Auch wenn sich die Strahlwerte nicht verändert haben, ist der Einsturz der Decke ein beunruhigendes Signal. Wenn die Platten in die Turbinenhalle einstürzen, gibt es keine Garantie, dass der im Jahr 1986 erbaute Bunker nicht zusammenbrechen wird. Immerhin wird ja bereits an einem neuen Sarkophag gebaut, da die Lebensdauer des des alten in Kürze abläuft."

"Das größte Problem mit dem Sarkophag ist zur gleichen Zeit der Feinstaub, der sich im Inneren des Gebäudes angesammelt hat. Der Staub ist radioaktiv und wenn er sich über Dutzende von Kilometern ausbreitet, stellt das eine ernste Gefahr für die umliegenden Gebiete dar."

"Obwohl uns etwa 30 Jahre von der Tschernobyl-Katastrophe trennen, stellt das Kraftwerk immer noch eine Gefahr für das Leben der Menschen dar. Das wird sich auch in den nächsten Jahrhunderten nicht ändern. Noch besorgniserregender ist, dass jeder der 400 weltweit betriebenen Reaktoren ein neues Tschernobyl werden kann. Fukushima hat uns das anschaulich vor Augen geführt."

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