EU-Studie: Wissenslücken beim Bienenschutz

Newsartikel - 18 März, 2014
Es fehlt an wissenschaftlichen Erkenntnissen, um Gesundheitsrisiken für Bienen und andere Bestäuber angemessen bewerten zu können - zu dieser Erkenntnis kommt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) einer neuen Studie zufolge. Die EFSA hat dazu über zweihundert Projekte untersucht, die sich mit Bienengesundheit beschäftigen.

© Paul Langrock / Greenpeace

Um Bienen und andere bestäubende Insekten, wie Wildbienen oder Hummeln in Europa nachhaltig schützen zu können, müssen massive Wissenslücken geschlossen und verbesserte Risikobewertungen für Pestizide umgesetzt werden. Zu diesem alarmierenden Ergebnis kommt die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einem vergangene Woche veröffentlichten Report. Europaweit wurden 220 Projekte zum Thema Bienengesundheit unter die Lupe genommen.

„Das Besorgniserregende an dem EFSA Report ist, wie wenig wir eigentlich über die Risiken für unsere Bienen und andere Bestäuber wissen. Während Bienen täglich einem sprichwörtlichen Cocktail an Giften ausgesetzt sind, ist die Zahl der Studien die sich damit beschäftigen, erschreckend gering. Synergieeffekten zwischen verschiedenen Pestiziden wurde bisher kaum Beachtung geschenkt“, so Greenpeace-Sprecherin Christine Gebeneter.

EFSA Empfehlungen

Die EFSA spricht aufgrund der identifizierten Datenlücken vielseitige Empfehlungen aus:

  • Bessere Vernetzung und Koordination von europäischen Forschungsprojekten
  • Vermehrte Forschung zum Zusammenwirken verschiedener Wirkstoffe
  • Synergieeffekte von verschiedenen Pestiziden, sowie deren Kombination mit Krankheiten oder Parasiten, wie der Varroa Milbe, sollen in zukünftige Risikobewertungen miteinbezogen werden

Bisher wurde immer nur ein Faktor für sich allein betrachtet, aber die gerade die Wechselwirkungen könnten das Risiko für Bienen um ein Vielfaches erhöhen.

Enorme Wissenslücken zeigen sich auch bei Wildbienen und Hummeln, die ebenfalls eine wichtige Rolle für die Lebensmittelproduktion und Biodiversität spielen. Von 220 Studien, die von der EFSA analysiert wurden, findet sich keine einzige, die Auswirkungen von Pestiziden auf Solitärbienen oder Hummel untersuchte.

Was muss jetzt geschehen?

Die EU muss die Erforschung der potentiell für Bienen gefährlichen Pestizide in Europa im Zusammenhang mit dem Bienensterben und dem Rückgang von anderen Bestäubern, wie Wildbienen und Hummeln dringend verstärken. Darüber hinaus muss eine Umverteilung von Förderungen, weg von chemieintensiver Landwirtschaft mit Monokulturen, hin zu biologischen, bienenfreundlichen landwirtschaftlichen Praktiken erfolgen.

Greenpeace-Report

Lesen Sie hierzu auch den 2013 erschienenen Greenpeace-Report "Bye Bye Biene?  Das Bienensterben und die Risiken für die Landwirtschaft in Europa".

Petition zum Schutz der Bienen

Bienen spielen eine entscheidende Rolle in unserer Nahrungsmittelproduktion. Sterben die Bienen aus, hat das verheerende Folgen für uns. Tausende Menschen weltweit setzen sich deshalb für den Schutz der Bienen ein. Im Sinne einer gesunden, bienenreichen Zukunft fordern sie einen raschen Richtungswechsel in der Landwirtschaft, hin zu modernen, ökologischen Anbaumethoden wie der praktizierten Fruchtfolge. Es ist Zeit zu handeln: Fügen Sie der Petition jetzt Ihren Namen hinzu!

 

 

 

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