Großer Erfolg im Kampf gegen Glyphosat

Newsartikel - 3 Oktober, 2017
Das österreichische Parlament hat einer EU-weiten Neuzulassung des Pflanzengifts Glyphosat eine klare Absage erteilt. Das ist ein Grund zum Feiern und zeigt, dass sich unser Einsatz lohnt! Greenpeace hat seit vielen Monaten auf das „Nein“ Österreichs zu einer Neuzulassung hingearbeitet. Ein erster Meilenstein im Kampf gegen Glyphosat ist damit erreicht, doch es bleibt noch viel zu tun...

Ursprünglich sollte die Neuzulassung des umstrittenen Pflanzengifts Glyphosat schon im Mai 2016 entschieden werden. Sie wurde jedoch verschoben, da sich die EU-Staaten damals auf keine gemeinsame Position einigen konnten. Diese Vertagung war bereits ein wichtiger Zwischenerfolg, da große Teile der europäischen Bevölkerung bei einer Europäischen Bürgerinitiative Bedenken gegen das wahrscheinlich krebserregende Pestizid äußern konnten. Eine Neuzulassung würde Glyphosat für die nächsten zehn Jahre Tür und Tor öffnen. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass es nicht soweit kommt!

**Environmental and health organisations launch European citizens’ initiative to ban glyphosate.  / © Eric de Mildt/Greenpeace.  All rights reserved**Brussels, 8 February 2017, EU, Place Schumann  – Campaigners and activists met in Brussels (and other European cities Madrid, Rome, Berlin and Paris) today to launch a European Citizens’ Initiative (ECI) to ban glyphosate, reform the EU pesticide approval process, and set mandatory targets to reduce pesticide use in the EU. The goal is to collect at least one million signatures from Europeans and submit the petition before the Commission’s next move to renew, withdraw or extend the EU licence of glyphosate.Glyphosate – the most widely used weedkiller in Europe – is also known as Roundup, a Monsanto brand- name. In 2015, the World Health Organization (WHO) linked glyphosate to cancer. The European Chemicals Agency (ECHA) is currently working on a safety assessment.More information is available on [www.stopglyphosate.org](http://www.stopglyphosate.org)

EU-Behörden schreibt bei Glyphosat-Bewertung von Monsanto ab

Im September dieses Jahres ist bekannt geworden, dass die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (Efsa) bei ihrer Glyphosat-Bewertung rund 100 Seiten wortwörtlich vom Konzern Monsanto abgeschrieben hat. Unter den kopierten Passagen befinden sich Informationen zur möglichen krebserregenden Wirkung, Gen-Toxizität und Schädigung der Fortpflanzungsfähigkeit. Wir haben diese Vorgangsweise scharf kritisiert: Die Menschen in Österreich und Europa müssen sich darauf verlassen können, dass Behörden unabhängig agieren und transparent entscheiden. Umso mehr, wenn es um die Gesundheit von Menschen und Umwelt geht!

Der Glyphosat-Gemeindecheck

Greenpeace hat alle österreichischen Gemeinden dazu befragt, wie sie es mit der Nutzung von Glyphosat halten. Die gute Nachricht: Fast ein Viertel der österreichischen Gemeinden verzichtet in ihrem eigenen Wirkungsbereich bereits freiwillig auf das Pflanzengift. Damit sind sie Vorbild für ganz Österreich und auch für Europa. Als Dankeschön haben wir einen Schilderwald vor dem Ausweichquartier des österreichischen Parlaments, am Wiener Heldenplatz, mit allen Ortsschildern der glyphosatfreien Gemeinden gebildet. Gleichzeitig haben wir die österreichischen Parlamentsparteien mit dieser Aktion aufgefordert, sich gegen eine Neuzulassung von Glyphosat in der EU zu entscheiden.

Österreichische Absage für EU-weite Glyphosat-Zulassung

Die Entscheidung ist gefallen: Die Parteien im österreichischen Parlament haben Glyphosat eine Absage erteilt. Auf Initiative der Grünen haben sich im EU-Unterausschuss auch die Abgeordneten von SPÖ und FPÖ gegen eine EU-weite Neuzulassung ausgesprochen. Wie die entscheidende Abstimmung über die EU-weite Neuzulassung von Glyphosat in Brüssel ausfallen wird, ist ungewiss. Sicher ist jedoch, dass Österreich mit einem „Nein“ stimmen wird.

Wir geht es nun weiter?

Für uns ist klar: Sollte Glyphosat trotz Widerstand aus Österreich und anderen Ländern in der EU weiter zugelassen werden, dann braucht es einen nationalen Ausstiegsplan. Dabei ist die Politik gefordert, die Bäuerinnen und Bauern bei der Umstellung auf glyphosatfreie Methoden nicht alleine zu lassen und sie finanziell zu unterstützen. Nur so kann dieser Wandel hin zu einer umweltfreundlichen und sicheren Landwirtschaft gelingen.