Greenpeace-Check: Wie viel Gentechnik steckt im Putenschnitzel?

Newsartikel - 19 Dezember, 2012
Nicht alle Supermärkte können den Wunsch der Österreicherinnen und Österreicher erfüllen, zu Weihnachten heimisches Putenfleisch aus garantiert gentechnikfreier Fütterung auf dem Teller zu haben. Nur drei der 13 getesteten Produkte sind als biologisch oder garantiert gentechnikfrei gekennzeichnet.

Im November und Dezember 2012 wurden 13 vorverpackte Produkte aus Puten-Frischfleisch eingekauft und untersucht.

© Georg Mayer/Greenpeace

Fast 80 Prozent der österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten lehnen Gentechnik im Essen ab. Sie können jedoch aufgrund der mangelnden Kennzeichnung nicht bei allen Produkten sicher sein, was in der Verpackung steckt. Jährlich werden in Österreich immer noch über 450.000 Tonnen Gentech-Soja verfüttert.

Nur bei biologisch oder als gentechnikfrei gekennzeichneten Produkten ist garantiert, dass keine Gentechnik über den Umweg des Futtertrogs auf dem Teller landet.

Das Testergebnis

Greenpeace hat bei in Österreich erhältlichen Putenfleischprodukten hinter die Verpackung geblickt und bei Herstellern und Handelsunternehmen genau nachgefragt.

Das Ergebnis: Drei von dreizehn Produkten kann man aus ökologischer Sicht mit gutem Gewissen kaufen:

  • die Marke Ja! Natürlich
  • die Produkte der Firma Wech
  • die Produkte der Firma Pöttelsdorfer.

Diese sind bei Merkur, Billa, ADEG, Sutterlütty und AGM beziehungsweise bei Spar erhältlich.

 Zur Greenpeace-Liste der bewerteten Produkte

Keine Transparenz bei der Kennzeichnung

Greenpeace kritisiert jedoch schon seit Jahren die Lücke bei der Kennzeichnungspflicht. In der EU muss am Produkt nicht angegeben werden, ob Gentech-Futter eingesetzt wurde. Bei vielen Marken ist deshalb kein Hinweis auf gentechnikfreie Fütterung zu finden oder die Herkunft des Fleisches ist nicht angegeben.

So ergibt der Greenpeace-Check etwa, dass einige Puten für Erzeugnisse der oberösterreichischen Firma Hubers Landhendl in Österreich gemästet, aber knapp über der Grenze in Bayern geschlachtet werden. Verpackt wird das Fleisch wieder in Österreich. Dieses Fleisch ist trotz der österreichischen Herkunft nicht gentechnikfrei. Sehr wahrscheinlich ist der Einsatz von Gentechnik-Futtermittel bei Produkten der Firma AIA aus Italien, die auch für die Marke Clever produziert.

Greenpeace fordert die komplette Umstellung der österreichischen Fleischproduktion auf gentechnikfreie Produktion, wie das auch bei Milch und Frischeiern schon der Fall ist. Auch bei Importware und verarbeiteten Produkten muss in Zukunft auf gentechnikfreie Ware gesetzt werden.

 Zur Greenpeace-Liste der bewerteten Produkte

Bio ist besser

Nur biologisch produziertes Putenfleisch garantiert deutlich höhere Anforderungen im Bereich des Tierschutzes. So ist die erlaubte Bestandsdichte nur halb so groß wie bei konventioneller Produktion, ein Auslauf für die Tiere ist verpflichtend. Bei den Futtermitteln muss nicht nur auf Gentechnik verzichtet werden, sie müssen zudem auch biologisch produziert werden. Auf hochgezüchtete sogenannte "Turbo-Rassen" wird verzichtet zugunsten langsam wachsender Rassen.