Arctic 30: Colin Russell auch auf Kaution frei

Newsartikel - 29 November, 2013
Ein Gericht in St. Petersburg lässt den Australier Colin Russell nach 71 Tagen Haft auf Kaution frei. Für ihn war die Untersuchungshaft am 19. November zunächst um drei Monate verlängert worden. Alle anderen der sogenannten "Arctic 30" durften in den vergangenen Tagen ihre Zellen bereits verlassen.

Colin Russell kann als Letzter der 'Arctic 30' auf Kaution die U-Haft verlassen

© Dmitri Sharomov / Greenpeace

 

Nach Hinterlegung eines Betrags in Höhe von 2 Millionen Rubel (ca. 45.000 Euro) darf Colin das Gefängnis in St. Petersburg verlassen. 

"Das sind so wundervolle Neuigkeiten", freut sich Colins Frau Christine, die heute mit Tochter Madeleine nach Russland fliegt. "Bald können wir Colin in unsere Arme schließen. Ich bin so erleichtert, dass mein wundervoller, friedlicher Mann die Untersuchungshaft so bald verlassen kann. Ich will jedem für die tolle Unterstützung danken, die uns durch diesen Albtraum gebracht hat. Es ist und bleibt eine schwere Zeit und wir können erst richtig feiern, wenn endlich alle der "Arctic 30" heimkehren dürfen.
Ich hoffe, Col, Maddy und ich können Weihnachten zu Hause in Woodbridge sein."

Genug ist genug

"Heute beginnt ein neues Kapitel", kommentiert Ben Ayliffe von Greenpeace International. "Genug ist genug. Diese 28 Aktivisten und zwei Journalisten sind endlich frei und mit Freunden und Familie wieder vereint. Aber es ist noch nicht vorbei. Sie werden noch immer eines Verbrechens angeklagt, das sie nicht begangen haben. Sie haben friedlich protestiert, für uns alle, haben sich gegen zerstörerische Ölbohrungen in der Arktis und das Vorantreiben des Klimawandels aufgelehnt. Sie wegen Hooliganismus anzuklagen ist eine Beleidigung und eine Schande!"

Die Anklage wegen Piraterie bleibt nicht bestehen. Obwohl die Formalitäten bezüglich eines Zurückziehens dieser Anklage noch nicht komplett bearbeitet sind, wurde während der Anhörungen offenbar, dass das Untersuchungskommittee sie nicht aufrecht erhalten will. Die Anklage wegen "Hooliganismus" ist aber nicht vom Tisch.

Die russischen Behörden hatten am 15. November beantragt, die Untersuchungshaft für jeden der 30 Umweltschützer um drei Monate zu verlängern. Im Falle von Colin Russell gab das Gericht in St. Petersburg diesem Antrag statt - seine Anhörung war die erste. Die Anhörungen aller anderen Aktivisten sowie der beiden freien Journalisten endeten mit der Ablehnung des Antrags und ihrer Freilassung auf Kaution.

Entscheidung des Internationalen Seegerichtshofs

Der ISGH hatte am 22. November angeordnet, dass Russland sowohl das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" als auch die Crew freilassen muss, gegen eine von den Niederlanden als Flaggenstaat gestellte Banksicherheit in Höhe von 3,6 Millionen Euro. Am 2. Dezember müssen Russland und die Niederlande dem ISGH über die Fortschritte berichten, die bei der Befolgung dieser verbindlichen Entscheidung gemacht wurden.

"Russland kann sich nicht einfach rauspicken, was es will und das Seerecht nicht befolgen", sagt Donald Rothwell, Professor für Internationales Recht an der Australian National University. "[...] Es sollte so bald wie möglich seine Anerkennung des Gerichtsurteils deutlich machen."

Free Colin

Während Colin noch einmal in seine Einzelzelle zurückkehrte, verließen die übrigen Aktivisten nach und nach das Gefängnis. Von außen zeigten sie sich, wie auch viele andere Menschen weltweit, solidarisch mit dem Bordfunker aus Tasmanien. #FreeColin hieß es auf Twitter und erneute Proteste wurden mobilisiert.

 

Bitte setzen Sie sich für das Fallenlassen der Anklagen ein und schreiben Sie eine E-Mail an den russischen Botschafter.

Protestmail an russische Botschaft

Russische Botschaften stehen täglich in Kontakt mit Moskau und informieren darüber was in den jeweiligen Ländern passiert. Wir benötigen Ihre Hilfe, um an die Botschaften zahlreiche Solidaritäts-E-Mails für die "Arctic 30" zu senden. Umso mehr Botschaften an Moskau über diese weltweite Entrüstung Report erstatten, umso wahrscheinlicher ist ein fairer Umgang mit den Arctic 30 sowie deren rasche Freilassung. Jedes Mail wird gezählt und zählt!

 

 

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