Arctic 30: Weitere Aktivisten gegen Kaution aus dem Gefängnis

Newsartikel - 21 November, 2013
Am Donnerstagmorgen konnten zwei russische Aktivisten und der russische Fotograf Denis Sinyakov ihre Untersuchungsgefängnisse in St. Petersburg verlassen. Im weiteren Tagesverlauf kamen auch Aktivisten aus anderen Ländern vorläufig frei. Insgesamt sind nun 15 der 'Arctic 30' gegen Kaution auf freiem Fuß. Zudem wurde für sechs weitere Aktivisten die Freilassung gegen Kaution genehmigt. Die Anklage gegen die 'Arctic 30' bleibt jedoch weiterhin bestehen.

Denis Sinyakov wurde gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen

© Dmitri Sharomov / Greenpeace

Vor dem Untersuchungsgefängnis SIZO 1 in St. Petersburg hatten sich bereits viele Journalisten eingefunden, als der Greenpeace-Aktivist Andrey Allakherdov und der freiberuflliche Fotojournalist Denis Sinyakov kurz vor Mittag das Gebäude verlassen durften und mit ihren Familien wiedervereinigt wurden. Der Ehemann von Aktivistin Jekaterina Zaspa wartete auf ihre Freilassung vor der Haftanstalt SIZO 5. Für alle drei wurde bei einer Anhörung am Montag die Freilassung genehmigt - gegen eine Kautionszahlung in Höhe von umgerechnet 45.000 Euro, die von Greenpeace International hinterlegt worden sind.

Mads Christensen von Greenpeace kommentierte die Freilassung:

"Das sind wundervolle Nachrichten. Allerdings werden gegen die 'Arctic 30' immer noch schwere Anklagen erhoben und sie könnten zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt werden. Und unserem Kollegen Colin Russell wurde die Kaution verwehrt. Wir werden nicht ruhen bis alle frei sind und diese absurden Anklagen fallengelassen worden sind."

Mittwochabend durfte Aktivistin Ana Paula Alminhana aus Brasilien das Untersuchungsgefängnis verlassen. Mittlerweile hat sie auch ihren Pass zurück erhalten. Ihr wurde eine Registrierungskarte ausgestellt, nach der sie sich legal in Russland aufhält.

Zunächst werden alle Aktivisten in Russland bleiben. Wann die 'Arctic 30' in ihre Heimatländer zurückkehren können, ist noch völlig unklar.

Während weiterer Anhörungen vor den zuständigen Amtsgerichten in St. Petersburg ist am Donnerstag auch für die Aktivisten Jonathan Beauchamp (Neuseeland), Ruslan Yakushev (Ukraine), Frank Hewetson (GB), Alexandre Paul (Kanada), Iain Rogers (GB) und Gizem Akhan (Türkei) die Freilassung gegen Kaution genehmigt worden. Damit sind inzwischen 26 der 'Arctic 30' berechtigt, gegen Kaution ihre Untersuchungsgefängnisse zu verlassen. Die restlichen Anhörungen sollen bis Freitagnachmittag abgeschlossen werden. Dem Aktivisten Colin Russell (Australien) wurde die Freilassung auf Kaution bislang verweigert.

Die bisherigen Entscheidungen:

  • Colin Russell, Australien - verlängerte Untersuchungshaft bis Ende Februar 2014,
  • Jekaterina Saspa, Russland - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Denis Sinjakow, Russland - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Andrej Allachwerdow, Russland - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Ana Paula Alminhana Maciel, Brasilien - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • David Haussmann, Neuseeland - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Camila Speziale, Argentinien - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Tomasz Dziemianczuk, Polen - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Miguel Orsi, Argentinien - auf Kaution freizulassen
  • Cristian d'Alessandro, Italien - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Paul Ruzycki, Kanada - auf Kaution freizulassen
  • Francesco Pisanu, Frankreich - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Sini Saarela, Finnland - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Alexandra Harris, Großbritannien - auf Kaution freizulassen
  • Peter Willcox, USA - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Faiza Oulahsen, Niederlande - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Anthony Perrett, Großbritannien - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Anne Mie, Dänemark - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Mannes Ubels, Niederlande - auf Kaution freizulassen
  • Kieron Bryan, Großbritannien - auf Kaution freizulassen
  • Marco Weber, Schweiz - gegen Kaution aus dem Gefängnis
  • Anthony Perrett, Großbritannien - auf Kaution freizulassen
  • Jonathan Beauchamp, Neuseeland - auf Kaution freizulassen
  • Frank Hewetson, Großbritannien - auf Kaution freizulassen
  • Alexandre Paul, Kanada - auf Kaution freizulassen
  • Ruslan Yakushev, Ukraine - auf Kaution freizulassen
  • Iain Rogers, Großbritannien - auf Kaution freizulassen
  • Gizem Akhan, Türkei - auf Kaution freizulassen

Videos von den Freilassungen


Putin räumt Versäumnisse beim Umweltschutz ein

Laut einer APA-Mitteilung vom 20.11.2013 hat der russische Präsident Wladimir Putin, einer Kremlmitteilung zufolge bei einer Regierungssitzung am Mittwoch in Moskau, Versäumnisse beim Umweltschutz eingeräumt: "Ehrlich gesagt, geben wir dafür ziemlich wenig Geld aus". Das Riesenreich könne sich nicht mit den entwickelten Ländern der Welt messen. Außerdem seien 15 Prozent des Territoriums in "nicht zufriedenstellendem Zustand". Unternehmen müssten zugunsten ökologischer Maßnahmen stärker zur Kasse gebeten werden und die Kontrollen sollen zugunsten der Umweltsicherheit verschärft werden.

Momentan sind dies aber nur schöne Worte. Die 'Arctic 30', die Russland und die Welt auf die Risiken von Ölbohrungen in der Arktis aufmerksam gemacht haben, stehen weiterhin unter Anklage für Verbrechen, die sie nicht begangen haben. Setzen Sie sich jetzt für das Fallenlassen der Anklagen ein und schreiben Sie ein Protestmail an die russische Botschaft!

Protestmail an russische Botschaft

Russische Botschaften stehen täglich in Kontakt mit Moskau und informieren darüber was in den jeweiligen Ländern passiert. Wir benötigen Ihre Hilfe, um an die Botschaften zahlreiche Solidaritäts-E-Mails für die "Arctic 30" zu senden. Umso mehr Botschaften an Moskau über diese weltweite Entrüstung Report erstatten, umso wahrscheinlicher ist ein fairer Umgang mit den Arctic 30 sowie deren rasche Freilassung. Jedes Mail wird gezählt und zählt!

 

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