Hinweis: Onlinespenden bis spätestens 28.12.2014 können rechtzeitig eingezogen werden, um Ihre Spende 2014 steuerlich absetzbar zu machen.
Danke für Ihr Verständnis! ▶ Jetzt online spenden

Brief an Präsident Wladimir Putin

Kumi Naidoo verbürgt sich für Greenpeace-Aktivisten

Newsartikel - 9 Oktober, 2013
Kumi Naidoo, internationaler Geschäftsführer von Greenpeace, hat einen Brief an Wladimir Putin verfasst. In diesem bietet er an, persönlich nach Moskau zu reisen und sich mit dem russischen Präsidenten zu treffen, um die derzeitige Inhaftierung der 28 Greenpeace-Aktivisten und der beiden Freelancer zu beenden.

Kumi Naidoo bürgt für "Arctic 30"

 

In dem Brief an Präsident Putin, der heute, 9.10.2013, an die russische Botschaft in The Hague (Niederlande) übergeben wurde, verbürgt sich Naidoo mit seiner Person für die „Arctic 30“, sollten diese auf Kaution freigelassen werden.

Auf der Konferenz des Arktischen Rates in der russischen Stadt Salekhard, meinte Präsident Putin zuletzt, er sei offen für einen Dialog mit Greenpeace. Er sagte: „ Es wäre viel besser, wenn
Repräsentanten von Greenpeace hier anwesend
wären, um ihre Meinung zu den Themen,
die wir hier diskutieren äußern zu können. Wir würden
ihre Beschwerden und Forderungen nicht ignorieren.“

 

Brief von Kumi Naidoo, internationaler Geschfäftsführer von Greenpeace, an Wladimir Putin, Präsident der Russischen Föderation:

 

Sehr geehrter Herr Präsident!

Bezugnehmend auf die gestrige Abweisung der Kautionsanträge für unsere 28 Aktivisten und 2 Freelancer und Ihrem Diskussionsangebot, welches Sie in Salekhard geäußert haben, bitte ich Sie um ein schnelles persönliches Treffen.

Ich bin bereit Sie an jedem Ort Ihrer Wahl zu treffen, bitte Sie aber um ein möglichst baldiges Treffen in Russland.

Im Gegensatz zu den Repräsentanten anderer Länder mit denen Sie üblicherweise verkehren, steht hinter mir keine mächtige und einflussreiche Regierung. Stattdessen komme ich nur als Repräsentant von Millionen Menschen weltweit, viele davon russische Staatsbürger, deren inbrünstiger Wunsch es ist, die Inhaftierung der friedlichen und mutigen Frauen und Männer in Murmansk zu beenden.

Ihr Schicksal ist von globaler Wichtigkeit. Deshalb wende ich mich mit einem Vorschlag an Sie. Ich bin bereit mich, für die Dauer der Angelegenheit, nach Russland zu begeben. Ich biete meine Person als Garantie an, sollten die Greenpeace-Aktivisten auf Kaution frei gelassen werden. Die Aktivisten, wir, Greenpeace meinen uns nicht über dem Gesetz. Wir sind bereit uns den Konsequenzen unserer Handlung zu stellen, solange diese auf der rechtlichen Grundlage eines Staates beruhen.

Es ist anhand Ihrer Aussagen offensichtlich, dass auch Sie die Aktivisten nicht als Piraten ansehen. Trotzdem werden sie offiziell der Piraterie angeklagt. Sie, ebenso wie Millionen Menschen weltweit, wissen, dass die Aktivisten durch diese Anklage für ein Verbrechen bestraft werden sollen, dass niemals passiert ist; die Aktivisten werden einer erdachten Straftat beschuldigt. Zuvor haben Sie selbst noch Ihre Sympathien für Organisationen wie Greenpeace ausgesprochen und gemeint, wir würden Sie inspirieren. Wenn Sie unsere Freunde auf Kaution frei lassen, werde ich für die 28 Greenpeace International Aktivisten bürgen, dass sie sich den Konsequenzen ihres friedlichen Protests nach russischem Recht stellen.

Das Gesetz, wie wir beide wissen, sieht keine Anklage wegen Piraterie gegenüber friedlichen Protestierenden vor. Deshalb bitte ich Sie als Präsidenten der Russischen Föderation, alles in Ihrer Macht stehende in die Wege zu leiten, um die übertrieben hohe Anklage der Piraterie gegen die Inhaftierten fallen zu lassen und Anklagen auf der Grundlage russischen und internationalen Rechts in die Wege zu leiten. Ich bitte Sie ebenfalls mit Respekt die beiden Freelancer, welche keine Greenpeace-Mitarbeiter sind, umgehend frei zu lassen.

Die Vereinten Nationen haben einen Tag nach der Inhaftierung unserer Aktivisten erst ihre letzte Warnung vor den Gefahren des Klimawandels veröffentlicht. Diese Gefahren betreffen uns alle: Ihre Nation genauso wie meine; die gesamte Welt. Der veröffentliche Bericht, der von unseren führenden wissenschaftlichen Köpfen geschrieben wurde, macht deutlich, dass wir es uns nicht mehr leisten können neue fossile Brennstoffe zu fördern. Aus diesem Grunde fühlten sich die Protestierenden verpflichtet zu handeln. Ihre Handlung war vor allem friedlich und ihrer Nation gegenüber respektvoll.

Meine persönliche Geschichte als junger Aktivist in der Anti-Apartheid-Bewegung hat mir gezeigt, dass der Dialog von größter Wichtigkeit ist. Wenn wir einen gemeinsamen Konsens finden wollen, müssen wir miteinander reden. Ich glaube, mein Vorschlag nach Moskau zu kommen und mich mit Ihnen zu treffen, gibt uns eine genau solche Möglichkeit. Von der momentanen Situation profitiert keiner von uns, weder die mächtige Russische Föderation noch die Familien und Freunde der inhaftierten Menschen.

Ich bin mir des Risikos bewusst, welches eine Reise nach Russland für mich bedeutet. Letztes Jahr war ich selbst Teil des friedlichen Protests, der mit dem von meine Kollegen heuer identisch ist. Letztes Jahr hatte die russische Küstenwache sich allerdings auch auf Anfrage von Gazprom geweigert in unseren Protest einzugreifen, da ihnen bewusst war, dass wir keine Gefahr für Personen oder Sachgegenstände darstellen. Ein Jahr später werden Aktivisten, die exakt den gleichen Protest durchgeführt haben, der Piraterie angeklagt und es drohen ihnen langjährige Haftstrafen. Wenn ich nach Russland komme, hoffe ich, dass mich nicht das Schicksal der Aktivisten ereilt, aber es ist das Risiko, das ich bereit bin auf mich zu nehmen, um mit Ihnen eine Übereinkunft zu finden.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Kumi Naidoo

Internationaler Geschäftsführer , Greenpeace 

---

Protestmail an russische Botschaft

Russische Botschaften stehen täglich in Kontakt mit Moskau und informieren darüber was in den jeweiligen Ländern passiert. Wir benötigen Ihre Hilfe, um an die Botschaften zahlreiche Solidaritäts-E-Mails für die "Arctic 30" zu senden. Umso mehr Botschaften an Moskau über diese weltweite Entrüstung Report erstatten, umso wahrscheinlicher ist ein fairer Umgang mit den Arctic 30 sowie deren rasche Freilassung. Jedes Mail wird gezählt und zählt!

 

Themen