Greenpeace-Aktivisten auf russischer Ölplattform festgenommen

Newsartikel - 18 September, 2013
Beim Versuch eine russische Ölplattform in der Arktis zu besetzen, hat die russische Küstenwache zwei Greenpeace-Aktivisten festgenommen. Die Grenzer haben zudem elf Warnschüsse abgegeben und gedroht, das Feuer auf das Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" zu eröffnen, falls sich das Boot nicht zurückziehe.


© Denis Sinyakov / Greenpeace

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB bestätigte den Vorfall. Wegen der "ungesetzlichen Aktivitäten" von Greenpeace habe eine "reale Gefahr" für die Plattform bestanden, teilte der FSB der Agentur Interfax mit. Daher hätten die Grenzschützer Warnschüsse abgegeben.

Zuvor hatten Aktivisten von der "Arctic Sunrise" aus mit Schlauchbooten zu der Plattform "Priraslomnaja" des Staatskonzerns Gazprom übergesetzt. Eine Finnin und ein Schweizer wurden von den Wachen überwältigt, während sie auf die Plattform kletterten.

Die Küstenwache hat ebenfalls Zutritt zur „Arctic Sunrise“ gefordert, was ihnen allerdings vom Kapitän des Greenpeace-Schiffes verwehrt wurde. Greenpeace International erklärt, dass solch ein Zutritt ungerechtfertigt und illegal sei.

Dies ist eine absolut übertriebene Reaktion auf einen friedlichen Protest und zeigt, dass russische Behörden mehr an dem Schutz von Ölfirmen wie Gazprom interessiert sind als am Schutz der Arktis.

Erst vor wenigen Wochen war das Greenpeace-Schiff von der russischen Küstenwache gestoppt worden, als die Besatzung im Nordpolarmeer gegen Ölbohrungen protestierte. Greenpeace verlangt einen Verzicht auf Rohstoffförderung in dem ökologisch sensiblen Gebiet. Im Vorjahr hatten sechs Aktivisten die Plattform "Priraslomnaja" stundenlang besetzt.

Die reale Gefahr für die Arktis geht nicht von Greenpeace aus, sondern von Ölfirmen wie Gazprom, die aufgrund ihrer wirtschaftlichen Interessen, wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren und eine ökologische Katastrophe in Kauf nehmen.

 

Lesen Sie mehr über die gestrige Aktion in einem Blog von Camila Speziale, einer Greenpeace-Aktivistin, die sich gerade auf der "Arctic Sunrise" befindet (Englisch).

Setzen Sie sich mit uns für den Schutz der Arktis ein und unterzeichnen Sie die Petition!

 

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