Wissenschaft einig - Klimawandel von Menschen verursacht

Energiewende muss beschleunigt werden

Newsartikel - 27 September, 2013
Zum aktuell präsentierten 5. Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC, Intergovernmental Panel on Climate Change) zu wissenschaftlichen Aspekten des Klimawandels fordert Greenpeace Regierungen, Wirtschaftskapitäne und Investoren auf, die Warnungen der internationalen Wissenschaftler ernst zu nehmen.

 

Wissenschaftlicher Konsens

Das IPCC geht in seinem aktuellen Bericht1 von zumindest 95 Prozent Wahrscheinlichkeit aus, dass der Klimawandel seit den 1950er Jahren zum überwiegenden Teil von Menschen verursacht wurde. Die Gewissheit ist damit seit dem letzten Bericht im Jahr 2007 (90 Prozent) weiter angestiegen. Im Jahr 2001 sprachen die Wissenschaftler von nur 66 Prozent Bestimmtheit

"Der wissenschaftliche Konsens ist so groß wie nie. Heute leugnet kaum noch jemand, dass der Klimawandel zum überwiegenden Teil von Menschen verursacht wird. Die Wissenschaftler haben eindeutiger als je zuvor bestätigt, dass unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern die Atmosphäre und die Ozeane erwärmt, Gletscher zum Schmelzen bringt, den Meeresspiegel erhöht, das Ausmaß gewisser extremer Wettersituationen verstärkt und Elend höchsten Ausmaßes bei vielen der ärmsten Menschen der Welt verursacht", so Julia Kerschbaumsteiner, Klimasprecherin von Greenpeace.

Noch sei jedoch Zeit vorhanden, den Klimawandel zu bekämpfen und mögliche katastrophale Auswirkungen zu verhindern. Besonders vielversprechend ist Chinas jüngste Ankündigung, in drei großen Industriezonen auf neue Kohlekraftwerke zu verzichten und ihren Kohleverbrauch ab dem Jahr 2017 abzubauen. Diese Entscheidung stelle einen bedeutenden Politikwechsel dar.

Wir haben die Wahl

"Die stärkste Erkenntnis des Reportes ist, dass wir jetzt noch die Wahl haben: Entweder setzen wir unseren jetzigen Weg fort, der ein weiteres Anheizen des globalen Klimas bedeutet, oder wir ermöglichen einen Durchbruch für Erneuerbare Energie und beschleunigen die Energiewende, die bereits begonnen hat. Diese Anstrengungen müssen global erfolgen, die Vorreiterrolle Österreichs und Europas spielt dabei jedoch eine wesentliche Rolle. Wir benötigen dafür in der EU eine zukunftsweisende Klima- und Energiestrategie für das Jahr 2030. Das bedeutet konkret: Verbindliche und ambitionierte Ziele zur CO2-Reduktion, zum Ausbau von erneuerbaren Energiequellen und für mehr Energieeffizienz", so Kerschbaumsteiner.

Zentrale Erkenntnisse

Die zentralen Erkenntnisse des IPCC-Reports im Überblick:

  • 95-100% Sicherheit der Wissenschaft, dass menschliches Handeln für den Großteil des Klimawandels seit 1950 verantwortlich ist.
  • Ein globaler Temperaturanstieg von weit über 2°C bis 2100, falls es keine massive Reduktion der Treibhausgasemissionen gibt. Der Anstieg würde katastrophale weltweite Auswirkungen nach sich ziehen.  Um die Erwärmung unter 2°C zu halten, ist ein Stopp des Anstiegs von Emissionen durch die Verbrennung fossiler Energieträger vor 2020 notwendig. Bis 2070 müssen die Emissionen auf Null gesenkt werden2.
  • Die letzen drei Jahrzehnte die waren die wärmsten aller vorangegangenen Dekaden seit 1850.
  • Die Zeitspanne von 1983 – 2012 war höchstwahrscheinlich die wärmste dreißigjährige Periode der vergangenen 800 Jahre und wahrscheinlich die wärmste der vergangenen 1400 Jahre.
  • Seit 1993 ist der Meeresspiegel doppelt so schnell angestiegen als dies im gesamten vergangenen Jahrhundert verzeichnet wurde. Auch das arktische Eis ist weit schneller abgeschmolzen, als dies prognostiziert wurde. Das Abschmelzen der Gletscher und Eisflächen ist im letzten Jahrzehnt mehrfach schneller vorangeschritten als dies während der 1990er Jahre der Fall war. So ist das grönländische Eis durchschnittlich sechsmal schneller geschmolzen als im Jahrzehnt davor.
  • Die von Eis bedeckte Fläche in der Arktis ist seit 1979 in jedem Jahrzehnt weiter geschrumpft. Die Klimamodelle berechnen, dass die Arktis 2050 im Sommer eisfrei sein wird, wenn die weltweiten Emissionen nicht drastisch reduziert werden.

energy [r]evolution Report

Wie Österreich sich innerhalb einer Generation weitgehend unabhängig von fossilen und atomaren Energiequellen machen kann, das zeigt widerum die Studie "energy [r]evolution, die das Institut für höhere Studien (IHS) Ende April 2011 gemeinsam mit den Studieninitiatoren Greenpeace, EVN und vida präsentierte.

1 Der IPCC ist bekannt für seine umfassende Assessment Reports bekannt, die seit 1990 in etwa alle sechs Jahre publiziert werden - in einem über dreijährigen Prozess. Die Arbeit findet in drei Arbeitsgruppen (AG) statt. In 2013-2014 wird der fünfte Assessment Report in vier Teilen freigegeben:
- Der AG 1 Report: The Physical Science Basis, 23-26 September 2013, Stockholm, Schweden
- Der AG 2 Report: Impacts, Adaptation and Vulnerability, 25-29 März 2014, Yokohama, Japan
- Der AG 1 Report: Mitigation of Climate Change, 7-11 April 2014, Berlin, Deutschland
- AR5 Synthesis Report (SYR), 27-31 Oktober 2014, Kopenhagen, Dänemark

2 AR5, WG1, Technical Summary, Figure TS.19

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