Rote Karte für Gazprom im Ernst-Happel-Stadion

Greenpeace-Aktion während der Champions-League

Newsartikel - 9 Dezember, 2013
Anlässlich des Champions-League-Spiels 'FK Austria Wien gegen Zenit St. Petersburg' protestierten Greenpeace-Aktivistinnen am Spielfeld des Ernst-Happel-Stadions gegen Gazprom – einen der Hauptsponsoren der Champions League. Die Arktisschützerinnen zeigten dem russischen Sponsoren der Champions League und von Zenit St. Petersburg für seine Ölbohrpläne und rüden Fouls in der Arktis die Rote Karte.

Um ihren Respekt vor dem Sportereignis und den Beteiligten auszudrücken, liefen sechs Greenpeace-Aktivistinnen in Cheerleader-Kostümen - gleichzeitig mit den Spielern noch vor dem offiziellen Spielbeginn - im Stadion ein. Vor der imposanten und lautstarken Zuschauerkulisse forderten die Aktivistinnen den russischen Staatskonzern und Fußballsponsor Gazprom mit Transparenten und der Botschaft „GAZPROM DON'T FOUL THE ARCTIC“ auf, seine hochriskanten Ölbohrungen in der Arktis zu stoppen.

 

Unser Protest richtet sich in keinster Weise gegen die UEFA oder die beiden Fußballclubs – unter den Aktivistinnen sind selbst große Fußballfans. Der Grund für unsere Aktion ist, aufzuzeigen welchen Geschäften Gazprom abseits des Fußball-Sponsorings nachgeht. Mit diesem fairen Sport, hat das schmutzige Spiel, das Gazprom mit der Umwelt betreibt nichts zu tun.

Protest gegen Gazprom

Gazprom will noch dieses Jahr als erste Ölgesellschaft der Welt in der Arktis die Ölvorkommen kommerziell ausbeuten. Arbeiten der Ölindustrie gehören zu den riskantesten Unternehmungen in der Arktis. Die Gazprom-Ölplattform Prirazlomnaya besteht aus ausrangierten Teilen und entspricht nicht einmal russischen Sicherheitsstandards. Die riesige, rund vier Milliarden US-Dollar teure Plattform Prirazlomnaya könnte, anders als die Erkundungsprogramme der Ölkonzerne Shell und Cairn Energy, die weltweiten Märkte voraussichtlich ab 2014 direkt mit Öl beliefern. Gazproms Plattform soll ganzjährig in der abgelegenen Petschorasee arbeiten. Eine Ölbohrplattform auf hoher See stellt unter den widrigen Klimabedingungen der Arktis ein akutes Risiko für die Umwelt dar. 

"Eine Ölkatastrophe im Arktischen Meereis wäre ein ökologisches Desaster, das einen einzigartigen Lebensraum zerstören würde", so Greenpeace-Sprecher Lukas Meus

Schützt die Arktis

Die Protestaktion im Wiener Ernst-Happel-Stadion ist Teil einer internationalen Kampagne von Greenpeace zum Schutz der Arktis. Weltweit finden laufend Protestaktionen gegen Ölkonzerne statt, um deren Ölbohrungen in der Arktis zu verhindern. Zuletzt auch direkt an der Gazprom-Ölplattform, wo Greenpeace-Aktivisten, die 'Arctic 30' am 18. September friedlich mit einem Transparent protestierten. Die Härte, mit der die russischen Behörden gegen die UmweltschützerInnen vorgingen, wurde international stark kritisiert. Die Umweltschützer und die beiden Journalisten  sind nach wie vor wegen Hooliganismus angeklagt, ihnen droht bis zu sieben Jahre Haft. Ebenso befindet sich das Greenpeace-Schiff, die Arctic Sunrise, nach wie vor in russischer Gewalt, obwohl der Internationale Seegerichtshof am 22. November zum Beschluss kam, dass die Crew der Arctic Sunrise unverzüglich freizulassen ist und Russland das Schiff gegen eine Bankbürgschaft in Höhe von 3,6 Millionen Euro freigeben muss.

Mehr als 4,5 Millionen Menschen weltweit haben bereits die Greenpeace-Petition zum Schutz der Arktis unterschrieben. Über 2,5 Millionen zeigen Solidarität mit den 'Arctic 30' und verschickten weltweit Briefe mit der Forderung nach dem Fallenlassen der absurden Anklage an russische Botschaften. Fügen Sie noch heute Ihren Namen hinzu!

 

Protestmail an russische Botschaft

Russische Botschaften stehen täglich in Kontakt mit Moskau und informieren darüber was in den jeweiligen Ländern passiert. Wir benötigen Ihre Hilfe, um an die Botschaften zahlreiche Solidaritäts-E-Mails für die "Arctic 30" zu senden. Umso mehr Botschaften an Moskau über diese weltweite Entrüstung Report erstatten, umso wahrscheinlicher ist ein fairer Umgang mit den Arctic 30 sowie deren rasche Freilassung. Jedes Mail wird gezählt und zählt!

 

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