LEGO, auch wir sind betrübt!

LEGO antwortet auf Greenpeace-Kampagne

Newsartikel - 4 Juli, 2014
Erst vor wenigen Tagen hat Greenpeace eine neue Kampagne gestartet, um LEGO zu überzeugen, die Werbe-Partnerschaft mit Shell zu beenden. Shell hat mit diesem Werbe-Abkommen eine Invasion in die Kinderzimmer gestartet, um sein öffentliches Image reinzuwaschen. Gleichzeitig plant der Ölmulti, in der Arktis nach Öl zu bohren und droht so die Arktis und unser Klima zu zerstören.

LEGO-Figürchen protestierten weltweit gegen die Zusammenarbeit ihres Herstellers mit Shell

© Tim Aubry / Greenpeace

 

 

LEGO hat prompt reagiert: LEGO hat getwittert, das Unternehmen sei betrübt, dass Greenpeace die Marke LEGO nutzt, um Shell zu stoppen in der Arktis nach Öl zu bohren.

 

Wir sind auch traurig.

Wir sind enttäuscht, dass eine so berühmte und beliebte Marke wie LEGO sich mit dem Einverständnis der LEGO-Chefetage von Shell benutzen lässt, um dem Ölkonzern zu helfen, sein dreckiges Image aufzupolieren.

Greenpeace liebt LEGO. LEGO-Spielwaren stehen als Inbegriff für Inspiration, Lernvermögen und stundenlangen Spielspass für Millionen von Kindern (und mehr als nur eine Handvoll Erwachsene) rund um den Globus. Darüber hinaus ist LEGO eines der fortschrittlichsten Unternehmen mit denen wir je zusammenarbeiten durften. LEGO hat bereits in vielen Bereichen konkrete Schritte eingeleitet, um umweltfreundlicher zu werden, und unterstützt den Wandel hin zu einer sauberen, grünen Zukunft.

Diese Tatsachen machen die Zusammenarbeit zwischen LEGO und Shell besonders enttäuschend!

Durch die Zusammenarbeit mit dem Öl-Giganten Shell, der jetzt sogar in der Arktis nach Öl bohren will, hat sich LEGO in sein eigenes Fleisch geschnitten. In Anbetracht von LEGOs Bestrebungen hin zu einer grünen Umwelt und den hohen ökologischen Standards, welche sich das Unternehmen selber setzt, könnte ihre Unternehmens-Philosophie – verglichen mit Shell – kaum unterschiedlicher sein.

LEGO will den Klimawandel in Angriff nehmen. Shell nicht! Der Öl-Gigant möchte unsere Abhängigkeit von den schadstoffreichen fossilen Brennstoffen noch über Jahrzehnte hinweg aufrechterhalten. Schätzungen von Expertinnen und Experten zufolge wird dieser Trend einen Temperaturanstieg von 4° Celsius oder mehr zur Folge haben. Dies bedroht die Zukunft des Regenwaldes am Amazonas, zieht Dürren und Hungersnöte für Millionen Menschen nach sich und hat schliesslich zur Folge, dass die arktische Eiskappe noch schneller wegschmilzt. Die Welt unserer Kinder steht auf dem Spiel.

LEGO setzt sich für Erneuerbare Energien ein. Shell nicht. Der Ölkonzern hat den grossen Teil seiner Geschäfte mit erneuerbaren Energien aufgegeben und behindert weiterhin den Kampf gegen den katastrophalen Klimawandel, indem er stets Klimaskeptikerinnen und Klimaskeptiker unterstützt. Shell verleugnet den Klimawandel in Schulen und bekämpft die Entwicklung von Projekten für saubere Erneuerbare Energien.

LEGO hat eine Leidenschaft für einzigarte Lebensräume wie die Arktis. Shell nicht. Der Ölmulti will die Tragik der Arktis und das Dahinschmelzen des Meereises schamlos ausnutzen. Shell sieht die Arktis in seiner Profitgier als gewinnbringende Möglichkeit, um noch mehr klimaschädliche fossile Brennstoffe zu fördern.

LEGO ließ verlauten, dass sie von Shell erwarten, «sich an die Gesetzgebung zu halten, wo auch immer Shell operiert.» Nichtsdestotrotz gibt es ernsthafte Anzeichen, dass Shell nicht in der Lage ist, in der Arktis legal und sicher zu agieren. Abgesehen davon, dass sich Shell für kaputte Bohrinseln, brennende Ölbohrschiffe, Bier-dosen-ähnlich zerdrückte Notfallausrüstung, Steuerhinterziehung in Alaska und die Missachtung von Sicherheitswarnungen verantworten muss, hat Shell Gesetze gebrochen, als der Konzern versuchte, in der arktischen Region in Alaska nach Öl zu bohren. Und dies sogar wiederholt.

Shell's Ölplattformen «Noble Discoverer» und «Kulluk» haben beide gegen die Luftverschumtzungs-Grenzwerte des «US Clean Air Acts» verstossen, der ins Leben gerufen wurde, um die Atmosphäre an Orten wie der Arktis so rein und sauber wie nur möglich zu halten. Und dies war kein Einzelfall. Aufsichtsbehörden deckten eine «mehrfache» Verletzung der Richtlinien auf, während die Schiffe im eisigen Wasser der Arktis waren, und büssten Shell mit einer Geldstrafe von über 1 Million Dollar.

LEGO will den Planeten in einem besseren Zustand für unsere Kinder zurücklassen. Das will auch Greenpeace. Aber Shells Vision und die damit verbundenen Probleme sind keine, deren Bewältigung wir unseren nachfolgenden Generationen zumuten können oder wollen.

Shell versucht sich hinter dem guten Ruf anderer Unternehmen zu verstecken und ihr Image reinzuwaschen, um mit den risikoreichen Ölbohrplänen in der Arktis davonzukommen.

Das Zusammenspannen mit LEGO generiert Ruhm und stille Unterstützung von Millionen von Menschen für Shells Vorhaben, besonders im hohen Norden. Dabei ist dieser Support völlig unvertretbar und, wie wir glauben, entgegengesetzt den hohen ökologischen Standards, welche in LEGOs Herzen verankert sind. 

Der einzige Grund, wieso LEGO der Partnerschaft mit Shell zugestimmt hat: Das Unternehmen will seine «LEGO-Steine in die Hände von noch mehr Kindern» bringen. Hat es das Spielwarenunternehmen mit den weltweit höchsten Einnahmen wirklich nötig, von seinen Werten abzuweichen, nur um noch mehr Profite zu generieren? Würde LEGO sogar eine Partnerschaft mit einer Zigarettenfirma eingehen, um ihre Plastiksteine unter die Masse zu bringen?

 

«Nur das Beste ist gut genug» sagt LEGOs Firmenchef Jørgen Vig Knudstorp. Wir wünschten, das wäre wahr. Aber solange sie Shell helfen, ihr Image aufzupolieren, wird das nicht der Fall sein.

LEGO muss endlich für den Schutz der Arktis und damit für den den Schutz der Zukunft unserer Kinder einstehen und der Zusammenarbeit mit Shell endgültig ein Ende setzen. Das ist der Grund, weshalb Greenpeace Menschen auf der ganzen Welt mobilisiert, um LEGO klarzumachen, dass die Partnerschaft mit Shell ein Ende nehmen muss!

Unterstützen Sie den Protest und fordern Sie LEGO auf, seine Partnerschaft mit Shell zu stoppen!

Petition zum Schutz der Arktis

Bereits 5 Millionen Menschen weltweit engagieren sich für die Arktis. Unterzeichnen auch Sie die Petition für ein internationales Schutzgebiet und ein Verbot von Ölförderung und industrieller Fischerei in der Arktis!

Petition unterzeichnen
 

 

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