Arktis-Abkommen gegen Ölkatastrophen: selbst einzige Katastrophe

Newsartikel - 4 Februar, 2013
Im Mai 2013 will der Arktische Rat ein verbindliches internationales Abkommen verabschieden, das Maßnahmen im Fall eines Ölunfalls in der Arktis regelt. Doch durchgesickerte Details des Abkommens zeigen deutlich, dass der Arktische Rat versagt hat: Vage Formulierungen und unkonkrete Empfehlungen bieten im Notfall keinen ausreichenden Schutz für das sensible Ökosystem der Arktis.

Greenpeace-Protest gegen Ölbohrungen in der Arktis

© Greenpeace

"Das vorliegende Abkommen gegen Ölkatastrophen ist selbst eine einzige Katastrophe. Nirgends ist wirklich beschrieben, wie bei einem Ölunfall im Eis der größte Schaden vom Lebensraum Arktis abgewendet werden soll“, zeigt sich Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms empört.

2 Jahre Arbeit und keine Verpflichtungen für Ölkonzerne

Obwohl ein derartiges Abkommen von extremer Wichtigkeit wäre, bleibt das derzeit vorliegende Papier des Arktischen Rats einen echten Maßnahmenplan schuldig: Sollte es tatsächlich zu einer Ölkatastrophe kommen, hätten der verursachende Ölkonzern weder konkrete Verpflichtungen noch würden effektive Maßnahmen für den Ernstfall gefordert.

Offen bleibt auch die Frage, in welchem Ausmaß Ölfirmen an der Erarbeitung des Abkommens mitgewirkt haben. Dabei hätte dieser Vertrag ein wichtiger Schritt für den zukünftigen Umgang mit Ölunfällen sein können, immerhin wurde an diesem ersten verbindlichen Abkommen zwei Jahre lang gearbeitet.

Kein sicheres Bohren in der Arktis

Der jüngste Unfall des Shell-Ölbohrschiffes „Kulluk“ im Jänner 2013, das während eines Sturms vor der Küste Alaskas auf Grund lief, zeigt deutlich, dass es bei Ölbohrplänen im Hohen Norden keine Sicherheit geben kann. Dennoch wird der vom Arktischen Rat, deren Mitglieder allesamt wirtschaftliche Interessen vertreten, erarbeitete "Notfallplan" diesen Anforderungen bei Weitem nicht gerecht.

"Der Arktische Rat erweckt damit nicht gerade Vertrauen in seine Fähigkeit, das hoch sensible Ökosystem der Arktis vor den Bohrplänen der Ölkonzerne schützen zu können. Erneut wird offensichtlich, dass es unmöglich ist, in der Arktis sicher nach Öl zu bohren. Ölfirmen wie Shell gehören endlich gestoppt, bevor das katastrophale Versagen der verantwortlichen Gremien zu einer echten Katastrophe im ewigen Eis führt", so Helms abschließend.

Greenpeace fordert die Errichtung eines Schutzgebietes in der Arktis - nur so kann diese einzigartige Region vor der Ausbeutung durch Ölkonzerne und andere Industrievorhaben geschützt und für zukünftige Generationen bewahrt werden.

 

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