Newsartikel - 28 November, 2012
In Doha, der Hauptstadt von Katar, findet die 18. UN-Klimakonferenz (COP18) statt. Greenpeace fordert klare Ziele und eine richtungweisende Rolle Europas damit der Klimawandel bekämpft werden kann.
Die Begrenzung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad kann in diesem Jahrhundert nur noch mit einem drastischen Richtungswechsel in der Klimapolitik aller Länder erreicht werden. Das geht auch aus den kürzlich erschienenen Berichten der Vereinten Nationen und der Weltbank hervor. Am 26. November 2012 startete die zweiwöchige UN-Klimakonferenz in Doha, Katar. Ein denkwürdiger Standort für das Abhalten einer Klimakonferenz. Katar ist nicht gerade als Klimaschützer bekannt. Die Pro-Kopf-Emissionen in Katar sind dreimal höher als in den USA und damit die höchsten der Welt.
Europa ist insgesamt der drittgrößte Verursacher von klimaschädlichen CO2-Emissionen - Platz eins und zwei besetzten China und die USA. Europa trägt deshalb eine besondere Verantwortung bei der Bekämpfung des Klimawandels. Die EU hat ihr Klimaziel bis 2020 erreicht - doch sie ist nicht bereit diese zu erhöhren. Österreich hinkt schamvoll hinterher und muss die EU-Verpflichtungen erst umsetzen. Aus diesem Grund fordert Greenpeace von Bundeskanzler Werner Faymann sich endlich für die Umsetzung der EU-Ziele und die so dringende Energie-Revolution einzusetzen.
Verlängerung des Kyoto-Protokolls
Auf dem UN-Klimagipfel soll die Verlängerung des Kyoto-Protokolls beschlossen werden, das Ende 2012 ausläuft. Aus der ersten Vertragsperiode 2008 bis 2012 sind noch ungenutzte Emissionszertifikate in der Größenordnung von 13 Milliarden Tonnen CO2 im Umlauf. Die Zertifikate berechtigen zum Ausstoß dieser enormen Menge - deshalb muss diesem ausufernden Handel mit Emissionszertifikaten ein Ende bereitet werden. 13 Milliarden Tonnen CO2 entsprechen etwa 40 Prozent des weltweiten Jahresausstoßes. Die EU muss sich in Katar dafür einsetzen, dass Schlupflöcher im Kyoto-Protokoll geschlossen werden.
Entwicklungs- und Schwellenländer müssen beim Klimaschutz unterstützt werden
Ein weiterer Schwerpunkt der Verhandlungen ist die finanzielle Unterstützung von Entwicklungs- und Schwellenländern. Ziel ist es ihnen zu helfen, eine klimafreundliche Energieversorgung aufzubauen, die Entwaldung zu stoppen und sich gegen die Flogen des Klimawandels rüsten zu können. Doch die EU-Finanzminister lehnten Mitte November eine Erhöhung der Klimafinanzierung ab.
Wälder
Die weltweite Abholzung muss unbedingt gestoppt werden, um die notwendige Reduktion der Treibhausgasemissionen zu erreichen. Die Zerstörung von tropischen Regenwäldern sowie die Landnutzung sind zurzeit für 15% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich – das entspricht in etwa den Emissionen des globalen Verkehrs. Bei Wäldern wurden schnellere Fortschritte als in vielen anderen Bereichen der Klimapolitik erzielt. In Doha soll die Finanzierung für den Waldschutz gesichert werden, genauso wie Schutzmaßnahmen und aussagekräftige Strategien, um die Entwaldung zu stoppen.
Greenpeace fordert:
- Einen zweiten Verpflichtungszeitraum für das Kyoto Protokoll
- Die Reduktion von Emissionen
- Einen Arbeitsplan, um bis 2015 einen globales, legal bindendes Abkommen für Emissionen ab 2020 zu entwickeln
- Einen Finanzplan für den Klimaschutz in Entwicklungsländern
- Einen Rahmen zum Schutz von tropischen Wäldern.