Newsartikel - 24 Oktober, 2012
Die Energieversorgung in Europa ist bis 2050 größtenteils auf Erneuerbare Energien umstellbar. Das zeigt die heute veröffentlichte Studie "Energy [R]evolution Europe". Voraussetzung dafür ist aber, dass bereits für 2030 ein ambitioniertes und verbindliches Ziel beschlossen wird.
© Paul Langrock/Zenit/Greenpeace
"In den kommenden Jahren entscheidet sich, ob die Energiewende gelingt, oder ob wir einen Rückfall hin zu Kernenergie und Kohle erleben", sagt Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.
Die veröffentlichte Studie wurde von Greenpeace und European Renewable Energy Council (EREC) beauftragt und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgearbeitet. Sie zeigt, wie bereits bis 2020 eine halbe Million neue Arbeitsplätze im Bereich der Energieversorgung entstehen könnten.
Dafür bräuchte es aber für 2030 ein ambitioniertes Ziel von 45 Prozent für den Anteil erneuerbarer Energien. Abgesehen davon würde so ein Etappenziel zu niedrigeren Treibhausgasemissionen und Energiekosten führen.
Das Wachstum im Energiesektor ist nirgendwo so groß wie im Bereich der Erneuerbaren Energien. Dieser Erfolg ist unter anderem dem verbindlichen Ziel von 20 Prozent Erneuerbarer Energien für das Jahr 2020 zu verdanken. Jetzt müssen weitere Meilensteine gesetzt werden, um auf Kurs zu bleiben. Das ist wichtig für Versorgungssicherheit, Klima, Konsumenten und auch für die Wirtschaft. Gerade in diesem Bereich ist Planbarkeit wichtig, weil dort oft Entscheidungen mit hohen Kosten und langfristiger Wirkung getroffen werden.
Auf EU-Ebene wird bereits überlegt, wie die langfristige Energie- und Klimapolitik aussehen soll. Es wurden jedoch noch keine neuen Ziele beschlossen. Derzeit machen Erneuerbare Energien etwa 12,5 Prozent der Gesamt-Energieversorgung aus. Bis 2020 sollte der Anteil auf 20 Prozent ansteigen. "Das bisherige Greenpeace-Energieszenario, die sogenannte Energy[R]evolution, sieht einen Anteil von 40 Prozent Erneuerbarer Energien bis 2030 und 90 Prozent bis 2050 vor. Jetzt muss ein Gang zugelegt werden", fordert Westerhof. "Wird das Öl auch nur um einen Euro pro Fass teurer, dann kostet uns Europäern das 400 Millionen Euro im Monat. Bereits bis 2030 könnten wir diese Abhängigkeit halbieren, wenn wir konsequent in den Ausbau von Erneuerbaren Energien und in mehr Effizienz in Wohnbau und Verkehr investieren".
Mittwoch, 24. Oktober 2012