Shell: 2013 keine Ölbohrungen in der Arktis

Newsartikel - 28 Februar, 2013
Shell will 2013 nicht in der Arktis nach Öl bohren. Der Ölkonzern kündigte am Mittwoch an, statt der für den Sommer geplanten Ölbohrungen vor der Küste Alaskas eine "Pause" einzulegen, um sich auf Bohrungen "zu einem späteren Zeitpunkt" vorzubereiten.

© The United States Coast Guard

Ölbohrungen in der Arktis sind mit unkalkulierbaren Gefahren für Mensch und Natur verbunden. Greenpeace-Aktivisten hatten im letzten Jahr mehrfach gegen die Shell-Bohrungen in der Tschuktschen- und der Beaufortsee protestiert. Auf der Seite savethearctic.org haben über zweieinhalb Millionen Menschen für den Schutz der Arktis unterschrieben und ein Verbot gegen Ölbohrungen in arktischen Gewässern gefordert.

Ursprünglich hatte Shell geplant, bereits 2012 in der Arktis nach Öl zu bohren. Letztlich konnte der Konzern jedoch nur oberflächliche Bohrungen in nicht ölführenden Schichten durchführen, weil die zuständigen US-Behörden aufgrund unzureichender Sicherheitsvorkehrungen notwendige Genehmigungen verweigert hatten. Jurrien Westerhof, Greenpeace Energiesprecher kommentiert:

"In ihrer verzweifelten Suche nach neuen Ölreserven haben die Ölmultis jetzt die Arktis für sich entdeckt. Am Nordpol sind die Bohrungen aber noch gefährlicher und die Risiken noch höher als anderswo. Nachdem es vor zwei Monaten  zu einem Unfall mit einer Bohrplattform gekommen ist, hat jetzt auch Shell eingestehen müssen, dass sie die Herausforderungen nicht gewachsen sind. Jetzt sind die Regierungen gefragt, ein generelles Verbot für Öl- und Gasbohrungen zu beschließen, und die Arktis unter Schutz zu stellen. Die österreichische Bundesregierung muss hier international mit gutem Beispiel voran gehen."

Immer wieder machte Shells Arktis-Projekt mit schweren Pannen Schlagzeilen: Bei behördlichen Tests der Notfall-Ausrüstung etwa war eine Schutzkuppel schwer beschädigt worden. Außerdem waren das Bohrschiff "Noble Discoverer" und die Bohrinsel "Kulluk" zu verschiedenen Zeitpunkten auf Grund gelaufen. Shell ist daher gezwungen, an der "Kulluk" und der "Discoverer" aufwändige Wartungsarbeiten durchzuführen. Derzeit führt die US-Regierung eine erneute Überprüfung von Shells Arktis-Projekt wegen Verstößen gegen Umwelt- und Sicherheitsauflagen durch.

Greenpeace fordert US-Präsident Obama dazu auf, Shell keine Erlaubnis für Öl-Bohrungen in der Arktis zu erteilen. Unterstützen Sie die Greenpeace-Petition an den US-Präsidenten!
Und unterschreiben Sie unsere Petition für den Schutz der Arktis auf savethearctic.org!

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