Shell und Goldmann Sachs erhalten "Negativ-Preis" für Umweltsünden

Newsartikel - 24 Jänner, 2013
Greenpeace Schweiz und die Erklärung von Bern (EvB) haben heute in Davos, wo derzeit das Weltwirtschaftsforum (WEF) stattfindet, den "Public Eye Award" - eine Negativ-Auszeichnung für besonders augenscheinliche Fälle von Profitgier und Umweltsünden durch Unternehmen - verliehen.

Public Eye Awards 2012 in Davos

© Heike Grasser / Greenpeace

Mit den "Public Eye Awards" 2013 werden zwei Konzerne prämiert, die exemplarisch für jene WEF-Mitglieder und Unternehmen stehen, deren soziale und ökologische Vergehen die Kehrseite einer rein profitorientierten Globalisierung zeigen.

Den diesjährigen Jurypreis erhält die US-Bank Goldman Sachs. Der Publikumspreis geht nach dem Willen von 41.800 Online-Votern mit großem Vorsprung an den Ölkonzern Shell.

Shell mit Publikumspreis 

Shell ist bei besonders kontroversen, risikoreichen und schmutzigen Ölförderprojekten immer mit dabei. Der Konzern geht auf der hochriskanten Suche nach fossilen Brennstoffen in der sensiblen Arktis besonders aggressiv vor. Die Ölreserven der Arktis reichen nur für etwa drei Jahre. Dafür setzt Shell eines der letzten Naturparadiese der Erde aufs Spiel und gefährdet den Lebensraum von vier Millionen Menschen und einer einzigartigen Tierwelt.

Der Konzern legte in den letzten Monaten eine bedenkliche Pannenserie hin ohne überhaupt mit den Bohrungen begonnen zu haben. Shells Sicherheitsvorkehrungen spotten jeder Beschreibung. Experten sind sich sicher: Eine Ölkatastrophe ist jederzeit möglich und kann unter den in der Arktis herrschenden Bedingungen kaum eingedämmt werden.

"Shell hat 4,5 Milliarden Dollar in ein unsinniges, hochriskantes Projekt investiert und damit nur Probleme geschaffen. Die Publikumswahl zeigt, dass die Öffentlichkeit ein wachsames Auge auf Shell hat und dessen rücksichtsloses Vorgehen auch in Zukunft sanktionieren wird", sagt Kumi Naidoo, Direktor von Greenpeace International.

Goldman Sachs mit Jury Award

Der US-Bankkonzern ist ein zentraler Akteur in der finanzgetriebenen Globalisierung, die die Profite von wenigen mit explodierender Ungleichheit und der Verarmung breiter Schichten bezahlt. Andreas Missbach, Finanzexperte der Erklärung von Bern sagt dazu: "Die Derivate-Deals von Goldman, die Griechenland in die Eurozone schummelten, verpfändeten die Zukunft der Griechinnen und Griechen. Zudem sind die Manager von Goldman Sachs Meister der Drehtür – durch den Wechsel in politische und öffentliche Ämter sichern sie der Bank die Geschäfte von morgen."

Michael Baumgartner, Jury-Vorsitzender der „Public Eye Awards“ ergänzt: "Goldman Sachs ist nicht nur einer der Hauptgewinner der Finanzkrise. Die Bank ist darüber hinaus ein wichtiger Player im Rohstoff-Casino: Sie hat diese Märkte als neue Geldquelle erschlossen und destabilisiert die Rohstoffpreise. Wenn die Preise für Nahrungsmittel wie 2008 alle Rekorde brechen, werden Millionen Menschen in Hunger und Elend gestürzt."

Für die "Public Eye Awards" nominiert waren neben Goldman Sachs und Shell die fünf Firmen Alstom (FR), Coal India (IN), G4S (UK), Lonmin (ZA) und Repower (CH).

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