Newsartikel - 18 September, 2012
Das Einlenken von Minister Berlakovich bei der geplanten Einführung von E10, nachdem auch die EU jetzt zurückrudert, ist begrüßenswert. Eine Erhöhung der Beimischungsquote hätte die Nachfrage nach Agrarland weiter gesteigert, was unter anderem zur Abholzung von Urwäldern führt.
Greenpeace fordert jetzt eine umfassende Kehrtwende in der europäischen Biosprit-Politik. Zukünftig soll die Beimischungsquote jährlich von den Ernten abhängig gemacht werden. So können bei einer guten Ernte eventuelle Überschüsse vom Markt genommen und genutzt werden, gleichzeitig wird aber vermieden, dass von Übersee Rohstoffe importiert werden müssen, wenn die heimische Produktion nicht ausreicht. Nicht die Auslastung des Agrana-Ethanolwerks in Pischelsdorf sondern die Interessen der Umwelt müssen im Mittelpunkt stehen.
Erwartungen an Biotreibstoffe der zweiten Generation überhöht
Treibstoffe aus Rohstoffen, die nicht zwingend auch als Lebensmittel genutzt werden können, bezeichnet man allgemein als Treibstoffe der zweiten Generation. Entscheidend aber ist nicht die Frage, ob man die Rohstoffe essen kann oder nicht, sondern, ob es genug Anbauflächen gibt. Die Produktion aus Reststoffen der Landwirtschaft, wie Stroh oder Durchforstungsholz, ist nicht unbeschränkt möglich, ohne dass der Boden darunter leidet.
Auch die Spritproduktion aus Algen darf nicht überschätzt werden. Die realistisch zu erwartenden Produktionsmengen sind sehr gering. Um eine hohe Ausbeute zu erreichen, müssen die Algen gedüngt werden, was die Energiebilanz in den meisten Fällen erst recht verschlechtert.
Greenpeace fordert
Wir fordern den Umweltminister auf, sich bei der EU verstärkt für sparsamere Autos einzusetzen. "Wir erwarten uns, dass sich Minister Berlakovich genauso hartnäckig für sparsamere Autos einsetzt, wie er es bis gestern für die Einführung von E10 getan hat", so der Greenpeace Energiesprecher Jurrien Westerhof.