Bewusst gegen den Kaufrausch

Wie wir beim Winterschlussverkauf das Geldbörserl und den Planeten schonen können

Newsartikel - 9 Jänner, 2017
SALE. Vier Buchstaben die in diesen Tagen die Schaufenster der Einkaufsstraßen prägen. Der alljährliche Ausverkauf soll auch heuer die Passanten wieder zur post-weihnachtlichen Schnäppchenjagd locken. Beim „Run“ auf die Tiefpreise wird jedoch oft vergessen, dass die Umwelt die wahren Kosten der Ressourcenverschwendung trägt. Dabei kann dem Kaufwahn mit nur vier Worten entgegengewirkt werden: Brauche ich das wirklich?

 (Greenpeace/(c) Huang)

Alle Jahre wieder

Der Winterschlussverkauf hatte vor einigen Jahren noch das Ziel, die Lager der Geschäfte zu leeren. Damit sollte nach dem Jahreswechsel Platz für neue Röcke, Hosen und Pullover geschaffen werden. Diese Zeiten sind jedoch vorbei, weiß die konsumkritische Bloggerin und Buchautorin Nunu Kaller. „Heutzutage planen die Unternehmen langfristig mit der Abverkauf-Saison. Neben den Restgrößen wie XS oder XXL werden dabei ganze Kollektionen in Durchschnittsformat für den Jänner bereitgestellt“, erklärt Kaller. „Mit dem Sale-Wahnsinn locken uns die Textilketten so gezielt das Weihnachtgeld aus den Taschen.“ 

Bleibt die Frage, wieso wir hier mitspielen. „Die wenigsten der Kundinnen und Kunden haben ihre Ausgaben langfristig geplant. In den meisten Fällen sind es Spontaneinkäufe, mit denen wir das Geld in den Geschäften liegen lassen“, betont Kaller. „Wir kaufen instinktiv die reduzierte Kleidung, obwohl wir sie nicht einmal benötigen.“ Der Kaufrausch bringt so den Unternehmen Jahr für Jahr Einnahmen in Millionenhöhe.

((c)Greenpeace)

Auf Kosten der Ärmsten

Damit die Produktionskosten für Jeans und T-Shirts niedrig bleiben, wird weltweit eine überwiegende Mehrheit der Textilien in Niedriglohnländern in Afrika und Asien produziert - auf Kosten der Arbeitnehmer. Während diese oftmals bei unwürdigen Arbeitsbedingungen mit Tageseinkommen im Cent-Bereich abgespeist werden, machen die Unternehmen mit der Billigkleidung Einnahmen in Milliardenhöhe.

Auch für die Umwelt stellt der Konsumwahn eine massive Belastung dar. Neben einem ausufernden Ressourcenverschleiß sind auch die lokalen Umweltauflagen unzureichend: Giftige Chemikalien geraten bei der Produktion ungefiltert in Gewässer und verbreiten sich so im Ökosystem. Millionen Menschen leiden unter den Folgen.

Jede und jeder von uns kann hier einen Beitrag leisten und damit die Umwelt schonen. Anstatt unsere Kleiderschränke Jahr für Jahr bis zum Bersten weiter anzufüllen, sollten wir daher einfach einmal mehr fragen: Brauche ich das wirklich?

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