10 Fakten zu unserem Plastik-Planeten Erde

Newsartikel - 31 Juli, 2017
Ein neuer Tag beginnt … mit einer gehörigen Portion Plastik: Mobiltelefon, T-Shirt, Zahnbürste, Müsliverpackung – alles ist aus Kunststoff. Und das ist erst der Anfang. Wir können heute nirgendwo mehr hingehen, ohne auf Dinge aus Plastik oder auf Plastikabfall zu stoßen. Ein Zustand, an den wir uns bereits gewöhnt haben. Jedoch ist Plastik inzwischen vom Wundermaterial zu einem ökologischen Langzeitproblem geworden.

Eine kürzlich erschienene Studie von US-WissenschaftlerInnen befasst sich eingehend mit diesem Problem. Sie untersucht, wie viel Plastik in den letzten 60 Jahren tatsächlich produziert wurde und was nach dem Gebrauch damit geschah. Damit will sie das Plastikproblem stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung und der Politik rücken.

10 alarmierende Ergebnisse:

  1. Seit 1950 wurden unglaubliche 8,3 Milliarden Tonnen Plastik erzeugt. Das entspricht dem Gewicht von 822.000 Eiffeltürmen aus blankem Stahl.

  2. Nur 30 Prozent des bisher erzeugten Plastiks sind heute noch in Verwendung, der Rest bereits Teil eines massiven Umweltproblems.

  3. 79 Prozent des weltweiten Plastikabfalls landen auf Mülldeponien oder direkt in der Natur, wie etwa in unseren Weltmeeren. 12 Prozent werden verbrannt und nur 9 Prozent recycelt meist ein einziges Mal.

  4. Das Plastik, das in unsere Ozeane gelangt, stellt eine erhebliche Gefahr für deren Bewohner dar. Manche Meereslebewesen bleiben in Plastikteilen hängen und ersticken an ihnen. Jedes Jahr verenden allein über eine Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger qualvoll durch den Plastikmüll, der in unseren Meeren treibt.

  5. Inzwischen ist der Anteil an Plastik in den Meeren so hoch, dass jede dritte Schildkröte bereits Plastik in ihrem Magen hat.

  6. Indem Plastik jede Stufe der maritimen Nahrungskette durchdringt, von Zooplankton über kleine Fische bis hin zu Walen, gelangt es über Meeresfrüchte und Fischgerichte auch auf unsere Teller.

  7. Das Plastikproblem nimmt immer größere Dimensionen an. Etwa die Hälfte des seit den 1950er-Jahren erzeugten Plastiks ist höchstens 13 Jahre alt.

  8. Sollte dieser Trend fortgesetzt werden, so könnten sich 2050 bereits 12 Milliarden Tonnen Plastik auf Deponien und in der Umwelt befinden. Das entspricht dem Gewicht von 66 Millionen Blauwalen  jener faszinierenden Geschöpfe, die anstatt der Plastik-Ungetüme unsere Ozeane bevölkern sollten.

  9. Einen großen Teil des Problems macht Wegwerf-Plastik aus, denn 42 Prozent des bisher erzeugten Plastiks werden nur ein einziges Mal verwendet, bevor sie im Müll landen.

  10. Viele Becher, Flaschen und Sackerl sind gerade einmal fünf Minuten im Einsatz, bevor sie für hunderte Jahre unseren Planeten verunstalten.

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Was können wir tun, um nicht im Plastik unterzugehen?

Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild davon, wie unsere Erde immer mehr zum Plastik-Planeten wird. Dagegen müssen wir etwas unternehmen! Erster Schritt: Schluss mit Wegwerf-Plastik! Wir fordern daher große Unternehmen wie Coca Cola, die jährlich rund 100 Milliarden Plastikflaschen verkaufen, zur Umstellung von Einweg auf Mehrweg auf. Denn Mehrwegsysteme haben die Sammel- und Recycling-Raten von Plastikflaschen angekurbelt, in einigen europäischen Ländern auf über 80 Prozent.

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Zudem müssen Regierungen verhindern, dass Plastik weiterhin in unsere Ozeane und unsere Umwelt gelangt. Daher ist das Greenpeace-Schiff “Rainbow Warrior III” derzeit im Mittelmeer unterwegs, um auf Wegwerf-Plastik wie Plastiksackerl, Einweggeschirr oder Plastikverpackungen aufmerksam zu machen. Jedoch auch winzig kleine Plastikteilchen bedrohen die Meere. Sogenanntes “Mikroplastik” gelangt meist über Kosmetikprodukte in die Umwelt. Daher fordert Greenpeace vom deutschen Konzern Nivea, nur mehr “plastikfreie” Körperpflege anzubieten. Großbritanniens Regierung geht bereits einen Schritt weiter: Nicht zuletzt dank des unermüdlichen Einsatzes von Greenpeace hat sie sich für ein Verbot von Mikroplastik in Kosmetikprodukten ausgesprochen.

Geben auch Sie Plastik keine Chance und helfen Sie unnötiges Wegwerf-Plastik zu stoppen.

 

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