Greenpeace-Langzeittest: Wie realistisch ist das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Newsartikel - 23 Oktober, 2017
Verschiedene Käsesorten, Joghurt und Eier stapeln sich im Kühlregal. Ein Blick darauf zeigt: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist schon seit Monaten überschritten. Doch werden die Lebensmittel richtig gelagert, ist das in vielen Fällen kein Problem. Welche Lebensmittel das größte Durchhaltevermögen besitzen, verrät unser Langzeittest.

Die Neun-Monats-Bilanz unseres Langzeittests liegt vor. Nun ist auch der Spitzenreiter, ein Naturjoghurt, das bei unserem Test die 6-Monats-Grenze beim Mindesthaltbarkeitsdatum problemlos hinter sich gelassen hat, ausgeschieden.

Die Ergebnisse* der letzten neun Monate sind erstaunlich:

Das von uns getestet Naturjoghurt war nach 26 Wochen weiterhin unbedenklich verzehrbar. Räuchertofu und Soja-Joghurt haben beide jeweils über 18 Wochen, die Eier immerhin über zehn Wochen länger gehalten. Der verpackte Kuchen sowie die Salami waren mehr als acht Wochen nach dem Ablauf des MHD noch verzehrbar und der verpackte Schnittkäse hielt über sechs Wochen. Nur der Sesam-Dip war nach zwei Wochen bereits verdorben. Hier war offenbar ein realistisches MHD vom Hersteller angegeben.

Aus der Sicht von Greenpeace ist es endlich Zeit zu handeln: Die Lebensmittelhersteller und die Politik sind gefragt. Um den Wegwerf-Wahnsinn zu stoppen müssen sie sich für ein realitätsnahes Mindesthaltbarkeitsdatum einsetzen. Denn jährlich landen 206.000 Tonnen Lebensmittel im Müll, obwohl sie noch genießbar sind.

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 Finanziell unterstützt wurde der MHD-Langzeittest von MUTTER ERDE, einer Initiative des ORF und von führenden Umwelt- und Naturschutzorganisationen. 

*Im Auftrag von Greenpeace hat das Labor der Lebensmittelversuchsanstalt seit Jänner 2017 acht Produkte mikrobiologisch und sensorisch getestet. 

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