Lebensmittel im Langzeitcheck: Die Sechs-Monats-Bilanz

Newsartikel - 21 Juli, 2017
Verschiedene Käsesorten, Joghurt und Eier stapeln sich im Kühlregal. Ein Blick darauf zeigt: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist schon seit Monaten überschritten. Doch werden die Lebensmittel richtig gelagert, ist das kein Problem. Denn wie der Greenpeace-Langzeittest zeigt, sind die Produkte weit über dem Mindesthaltbarkeitsdatum unbedenklich. Das Joghurt hat sogar die 6-Monats-Grenze überschritten.

Bereits 26 Wochen, also mehr als sechs Monate ist das Mindesthaltbarkeitsdatum beim Joghurt abgelaufen, doch das Produkt ist weiterhin unbedenklich verzehrbar. Zu diesem Ergebnis kommt das Labor der Lebensmittelversuchsanstalt, die im Auftrag von Greenpeace seit Jänner 2017 acht Produkte mikrobiologisch und sensorisch getestet hat. Auch die anderen Lebensmittel, darunter Käse, Wurst und Sojajoghurt, haben deutlich länger gehalten, als das Mindesthaltbarkeitsdatum vermuten lässt.

Räuchertofu und Soja-Joghurt haben beide jeweils über 18 Wochen, die Eier immerhin über 10 Wochen länger gehalten. Der verpackte Kuchen sowie die Salami waren mehr als acht Wochen nach dem Ablauf des MHD noch verzehrbar und der verpackte Schnittkäse hielt über sechs Wochen. Nur der Sesam-Dip war nach zwei Wochen bereits verdorben. Hier war offenbar ein realistisches MHD vom Hersteller angegeben.

Aus der Sicht von Greenpeace ist es endlich Zeit zu handeln: Die Lebensmittelhersteller und die Politik sind gefragt. Um den Wegwerf-Wahnsinn zu stoppen müssen sie sich für ein realitätsnahes Mindesthaltbarkeitsdatum einsetzen. Denn jährlich landen 206.000 Tonnen Lebensmittel im Müll, ob wohl sie noch genießbar sind.

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Finanziell unterstützt wird der MHD-Langzeittest von MUTTER ERDE, einer Initiative des ORF und von führenden Umwelt- und Naturschutzorganisationen. 

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