Der Cool IT Report bewertet die Leistungen weltweit führender IT-Unternehmen in Bezug auf den Klimaschutz. Cisco führt das Ranking mit 62 von 100 Punkten vor Ericsson mit 53 und IBM mit 42 Punkten.
Das Cool IT-Firmenranking überprüft die weltweit führender IT-Unternehmen in Bezug auf den Klimaschutz. Es bewertet diese Firmen hinsichtlich dreier Schlüsselkriterien:
- Der Entwicklung von klimafreundlichen Lösungen für andere Wirtschaftszweige (50 von 100 Punkten),
- der Reduktion eigener Treibhausgasemissionen (15 von 100 Punkten) sowie
- dem Engagement für Klimaschutz und Energieeffizienz in der Öffentlichkeit (35 von 100 Punkten)
Im Vorjahr wurde von der IT-Industrie die Studie Smart 2020 veröffentlicht. Sie zeigt, dass die IT-Branche enormes Potenzial zur Verringerung des weltweiten Treibhausgasausstoßes hätte, indem sie intelligente IT-Lösungen für andere Branchen entwickelt. Der Studie zufolge können die globalen Treibhausgas-Emissionen bis 2020 beispielsweise mit Hilfe verbesserter Gebäudeeffizienz oder der Optimierung von Transport- und elektronischen Versorgungsnetzen um bemerkenswerte fünfzehn Prozent gesenkt werden. Demnach wäre die IT-Branche eine der Gewinnerinnen ambitionierter Ziele zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen.
Ranking
Das aktuelle Firmenranking Cool IT zeigt, welche Unternehmen bereits das große Potenzial für sich erkannt haben, welche es bereits umsetzen und welche Firmen noch viel zu tun haben.
Cisco konnte mit 62 von 100 möglichen Punkten sein Ergebnis verdoppeln und liegt an erster Stelle, vor allem aufgrund der effektiven Lösungen zur Einsparung von Treibhausgasemissionen.
Auch Neueinsteiger Ericsson, punktet mit intelligenten Lösungen zur Einsparung von CO2-Emissionen. Das Unternehmen erreichte auf Anhieb Platz 2 mit 53 von 100 Punkten.
Ericssons Mitbewerber Nokia, der im Greenpeace Ratgeber „Grüne Elektronik“ häufig an vordersten Plätzen gereiht war, enttäuscht bei diesem Ranking mit insgesamt nur 22 von 100 Punkten. Beim Kriterium „klimafreundliche Lösungen“ erzielte Nokia gar nur 1 von 50 Punkten, weil das Unternehmen keine aktuellen Fallstudien zur Entwicklung klimafreundlicher Lösungen zu bieten hat. Auch Dell und Sony haben hier noch großen Aufholbedarf.
Bei der Reduktion eigener Treibhausgasemissionen erzielen gleich mehrere Firmen (Cisco, Dell, Intel und Nokia) die volle Punktezahl von 15 Punkten, weil sie sich jeweils hohe Einsparungsziele gesetzt haben.
Viel zu tun gibt es hingegen bei Fujitsu (1 von 15 Punkten), Google (1 von 15 Punkten), Sharp (2 von 15 Punkten), Toshiba (3 von 15 Punkten) und Microsoft (5 von 15 Punkten).
Beim Engagement für Klimaschutz und Energieeffizienz in der Öffentlichkeit führt Google mit 25 von 35 Punkten. Google-Geschäftsführer Eric Schmidt hat in einer öffentlichen Rede im November letzten Jahres politische Rahmenbedingungen zur Förderung von erneuerbarer Energie gefordert. Zu diesem Thema bislang in Schweigen hüllte sich hingegen Toshiba und erzielte bei Engagement für Klimaschutz nur 0 von 35 Punkten.
Fazit
Viele Firmen haben die Vorteile von sogenannter „Green IT“ erkannt: Innovative IT-Lösungen bieten in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zusätzliche Geschäftsmöglichkeiten, die Reduktion von Treibhausgasemissionen haben gleichzeitig auch hohe Kosteneinsparungen zur Folge. Um jedoch langfristig zu profitieren sind ensprechende die gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich.
"Green IT ist zurzeit in aller Munde und es ist erfreulich, dass einige Unternehmen aktiver sind als im Vorjahr. Sich die Rosinen herauszupicken ist aber die falsche Taktik", sagt Claudia Sprinz von Greenpeace. "Die Unternehmen müssen sowohl bei klimafreundlichen IT-Lösungen, bei der Reduktion der eigenen Emissionen als auch beim öffentlichen Engagement für klimafreundliche politische Rahmenbedingen Taten setzen. Denn nur damit lässt sich Klimaschutz in wirtschaftlichen Erfolge umwandeln und davon profitieren die Unternehmen ebenso wie die Umwelt."