Newsartikel - 14 Dezember, 2011
Gemäß aktuellen Informationen des Gesundheitsministeriums ist auch Österreich vom italienischen Bio-Skandal betroffen. Kriminelle Banden sollen italienische Kontrollstellen bestochen haben und konventionelle Ware aus Rumänien als Bioprodukte verkauft worden sein. An österreichische verarbeitende Unternehmen soll vermeintlich als Bioware deklarierte Soja als auch Raps verkauft worden sein.
Greenpeace fordert eine lückenlose Aufklärung und sieht die Behörden in der Pflicht: "Die Behörden müssen so schnell es geht die Konsumenten und Konsumentinnen informieren, welche Produkte betroffen sind. Nur so kann man Sicherheit für die Verbraucher herstellen.", sagt Steffen Nichtenberger von Greenpeace. Der Skandal zeigt, dass auch Bio-Ware nicht vor organisierten Banden gefeit ist.
Doch es gibt noch einen weiteren Skandal: "In den letzten Tagen gab es Meldungen, dass die österreichischen Behörden bereits schon länger davon informiert gewesen sein sollen, dass es in Italien Probleme gibt. Wenn das stimmt, dann liegt darin das noch viel größere Problem. Denn es kann ja nicht sein, dass sowohl die österreichischen Verbraucher als auch die vielen ehrlich arbeitenden Bio-Bauern dafür bezahlen müssen, dass die Behörden ihre Arbeit nicht nachkommen und somit Verbrecher ein leichtes Spiel haben."
Die Bio-Bauern- und Bäuerinnen setzen sich für den Schutz des natürlichen Gleichgewichts ein. Die Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt wird durch aktive Förderung der natürlichen Feinde der Schädlinge verbessert. Der Bildung von Bodenerosion wird durch Mischkulturen entgegengewirkt, Jahreszeitenwechsel werden ebenso wie regionale geografische Eigenheiten berücksichtigt. Das Wachstum wird ausschließlich mit organischen und natürlichen mineralischen Stoffen unterstützt, synthetische Substanzen werden nicht eingesetzt. In der Bio-Landwirtschaft werden weder Pestizide und schon gar keine gentechnisch manipulierten Pflanzen eingesetzt.
Auch bei Energie- und Ressourcenverbrauch schneiden biologisch geführte Bauernhöfe deutlich besser ab. Neben den vielen ökologischen Vorteilen sind die Tierhaltungsstandards auf Bio-Bauernhöfen am höchsten. Die vorbeugende Verabreichung von Medikamenten, eine in der konventionellen Landwirtschaft gängige Praxis, ist in der Bio-Landwirtschaft verboten.
Wer biologische Produkte erzeugen und verkaufen will, muss genaue Vorgaben erfüllen. Die EU-Bio-Verordnung regelt europaweit einheitliche Standards, deren Einhaltung von staatlich autorisierten Biokontrollstellen mindestens ein Mal pro Jahr überprüft wird – eine derartige Regelung ist bei konventionellen Produkten nicht gegeben. Darüber hinaus gehören viele Biobauern und -bäuerinnen einem Bio-Verband an, etwa "Bio Austria" oder "Demeter". Die verbindlichen Grundsätze der Verbände sind meist höher und strenger als die Richtlinien der EU Bio-Verordnung und wird ebenfalls genau kontrolliert.