Keine Wahlfreiheit bei Getränken

Newsartikel - 27 Mai, 2010
Eine aktuelle Untersuchung von marktcheck.at mit Unterstützung österreichischer KonsumentInnen zeigt, dass in heimischen Supermärkten keine oder nur wenige Mehrwegflaschen einem riesigem Angebot an Einweg gegenüber stehen.

Es befinden sich kaum die umweltfreundlichen Mehrwegflaschen im Handel, Einweg dominiert.

Greenpeace hat bereits im Juni 2009 kritisiert, dass umweltfreundliche Mehrwegflaschen immer mehr vom Markt verschwinden. Im Oktober wurde daher die Initiative "Ich will Mehrweg" gestartet.

Umweltminister äußert sich

Umweltminister DI Niki Berlakovich nahm am 22. April 2010 in einer Presseaussendung zum Thema Mehrweg wie folgt Stellung: "Beim Thema Mehrweg sprach sich der Minister für Wahlfreiheit aus. Die Bürgerinnen und Bürger hätten sich bei Umfragen zwar dafür entschieden, dass sie Mehrweg kaufen wollen, in der Praxis entscheiden diese aber gegen das Mehrwegsystem."

Gemeinsame Erhebung mit KonsumentInnen

Doch wie sieht die vom Minister erwähnte Praxis aus? Haben die Supermärkte die Kritik von Greenpeace und besorgten Konsumentinnen ernst genommen? Bieten Sie eine gute Auswahl an Getränken in Mehrweg? Das wollte das marktcheck.at Team wissen und hat die MarktaktivistInnen um Mithilfe gebeten.

Mikrige Bilanz

Die Mehrzahl der Supermärkte in Österreich folgt nicht der Kritik von Greenpeace, auch nicht den Wünschen der KonsumentInnen und schon gar nicht der Empfehlung des Ministers:

  • Hofer, Penny und Lidl haben noch nie Getränke in Mehrwegflaschen verkauft und auch jetzt sind solche Getränke dort nicht erhältlich.
  • In den meisten anderen größeren österreichischen Supermarktketten gibt es nur bei Bier eine mäßige bis gute Auswahl an Getränken in Mehrwegflaschen. Nicht jedoch bei Mineralwasser, Limonade oder Fruchtsäften: Entweder ist gar keine Mehrwegflasche vorhanden oder es werden nur wenige Einzelprodukte angeboten. Von Auswahl kann also bei solchen Getränken nicht gesprochen werden.
  • Egal ob Diskonter oder Supermarkt gibt es überall ein riesiges Angebot an Getränken in Einweg.

Mehrweg kaum zu erkennen

Zusätzliche Erschwernis stellt die schlechte Kennzeichnung dar. Greenpeace erhielt Beschwerden der recherchierenden KonsumentInnen, die kritisierten, dass Einweg- und Mehrweg dicht an dicht in den Regalen stehen und man fast eine Lupe bräuchte um zu erkennen was Einweg und was Mehrweg ist.

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