Inuit-Gemeinde zieht vor Gericht: Lautstark für den Umweltschutz

Öl-Sucher gefährden die Heimat der Indigenen

Newsartikel - 30 November, 2016
Das kanadische Clyde River zählt zu jenen Orten der Welt, denen im Weltgeschehen eine eher passive Rolle zukommt. Das 900-Seelen-Dorf am Ufer der Baffin Bay ist von einer eindrucksvollen Fjordwelt umgeben, schneebedeckte Bergwelten säumen den Horizont. Die Mehrheit der Einwohner sind Inuit, die seit über 2000 Jahren hier im Einklang mit der Natur leben. Dieser Friede ist jedoch in Gefahr: Auf der Suche nach Öl dringen Unternehmen immer tiefer in die arktischen Regionen vor. Mit lautstarken Schallwellen tasten sie den Meeresgrund ab; eine Gefahr für zahllose Tiere, die wiederum Lebensgrundlage für die Inuit sind. Die Gemeinde wehrt sich gegen den rücksichtslosen Eingriff in ihr Zuhause und zieht nun mit breiter internationaler Unterstützung vor Gericht.

(Greenpeace/(c) Christian Aslund)

Schmerzen im Sekundentakt

Die Gefahr durch die Öl-Sucher ist meist unscheinbar: Unter dem Schiff schießt eine Hochdruckkanone alle zehn Sekunden Schallwellen zum Meeresgrund, von wo diese in alle Richtungen reflektieren. Die Meeresbewohner können den Lärm noch viele Kilometer weiter schmerzhaft zu spüren bekommen. Die achtfache Lautstärke eines abhebenden Düsenjets würde beim Menschen dem entsprechen, was die Tiere unter Wasser mit den Schallwellen durchleben.

Vor allem Wale und Delphine sind für ihr Überleben stark von der Kommunikation innerhalb der Herde abhängig. Ein Gehörverlust kann zum Tod der Tiere führen, da diese keine Nahrung mehr finden oder die Familienmitglieder verlieren. Auch Laichgebiete werden massiv gefährdet, Fischlarven erliegen den Schallwellen.

(Greenpeace/(c) Christian Aslund)

Gemeinsam sind wir lauter

Viele Inuit sind stark von einer intakten Umwelt abhängig. Als die kanadische Regierung den Ölsuchern freies Spiel lies, wurden die Rechte der Einwohner missachtet. Denn laut kanadischem Gesetz ist die Regierung verpflichtet die Inuit zu konsultieren, bevor sie Entscheidungen trifft, die sich auf die Gemeinde auswirken können. Da dies nicht geschehen ist, stellt der derzeitige Eingriff in die Heimat der Inuit eine klare Missachtung von diesem Recht dar: Denn bereits die Suche nach Öl gefährdet die Meerestiere, die für Clyde River sehr wichtig sind. Aus diesem Grund bringt die Inuit-Gemeinde den Fall nun vor das kanadische Höchstgericht.  

Greenpeace steht mit Millionen von Menschen, darunter internationalen Stars wie Emma Thompson und Jane Fonda, Seite an Seite mit Clyde River. Es ist immens wichtig, dass wir den Kampf gegen Öl weiterhin ins globale Scheinwerferlicht rücken. Die Energieriesen müssen endlich verstehen, dass Menschen und die Umwelt wichtiger sind als der eigene Profit. Geben wir den Inuit unsere Stimme – denn gemeinsam sind wir lauter.

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