Protest gegen Auslaufen des Fischerei-Monsters "Margiris"

Nach Westafrika will der EU-Riesentrawler nun Fischgründe vor Tasmanien plündern

Newsartikel - 28 Juni, 2012
Seit gestern Abend protestieren Greenpeace-Aktivisten im Hafen der niederländischen Küstenstadt Ijmuiden gegen den Supertrawler 'Margiris'. Sie fordern den Eigner auf, das Schiff im Hafen zu lassen. Der 142 Meter lange Riesentrawler, der bis vor kurzem in Westafrika auf Beutezug unterwegs war, ist eines der größten Fischereischiffe der Welt. Das Schiff soll nun in Australien neue Fanggründe erobern.

Der Protest richtet sich auch an die europäischen Fischereiminister. Sie waren bislang nicht in der Lage, die Überkapazitäten der EU-Fangflotte abzubauen. Längst haben Supertrawler wie die 'Margiris' in EU-Gewässern keine wirtschaftliche Rechtfertigung mehr. In weit entfernten Gewässern werden die Fanquoten aber gebilligt.

Die 'Margiris' soll in Richtung Tasmanien aufbrechen - dort sollen verschiedene Schwarmfischarten im Zehntausend-Tonnen-Maßstab ausgebeutet werden. "Die tasmanischen Kleinfischer laufen Sturm gegen diese Entscheidung. Indem die EU-Fischereiminister, u.a. Niki Berlakovich für Österreich, die Situation der zu großen europäischen Flotte mit horrenden Überkapazitäten ignorieren, sind sie mitverantwortlich für diese unverantwortliche Ausbeutung der Meere auf Kosten von kleinen Küstenfischern", kommentiert Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms.

EU musste Plünderung vor Westafrika einstellen

"Gigantische Fangtrawler wie die Margiris hinterlassen auf der ganzen Welt eine Spur der Verwüstung von Fischbeständen", kommentiert Meeresexpertin Antje Helms die Aktion. "Mit bis zu 200 Tonnen Fang pro Tag haben mehrere schwimmende EU-Fischfabrikschiffe u.a. Margiris bis vor kurzem die Gewässer vor Westafrika geplündert." Da die mit Mauretanien vereinbarte Fangquote für 2012 bereits Ende April ausgeschöpft war, musste die EU die Schiffe zurückrufen. Seitdem liegen die Margiris und ihre Schwesterschiffe im Hafen fest. Hinter der europäischen Supertrawler-Flotte steht die niederländische "Pelagic Freezer Association". Zu dieser Firma gehören u.a. auch sechs Hochseetrawler, die unter deutscher Flagge die Meere leerfischen.

Während einer achtwöchigen Dokumentationstour mit dem Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise wurden in den senegalesischen und mauretanischen Gewässern vor Westafrika viele europäisch geflaggte Schiffe aufgespürt.  Dieses Jahr wird die Europäische Fischereipolitik reformiert, ein Prozess, den es alle zehn Jahre einmal gibt.

TV-Tipp: Am Freitag bringt der NDR eine 30-minütige Reportage, in der Fakten für sich sprechen: Riesentrawler aus Deutschland sind an der Ausbeutung der afrikanischen Fischbestände maßgeblich beteiligt.

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