Südpolarmeer weiterhin nicht vor der Ausbeutung sicher

Newsartikel - 2 November, 2012
Das Ergebnis des diesjährigen Treffens der antarktischen Schutzkommission CCAMLR (Internationale Kommission für den Schutz lebender Ressourcen in der Antarktis) ist nicht nur für Umweltschützer enttäuschend: die Einrichtung des größten Meeresschutzgebietes der Welt am Südpol scheiterte am Widerstand von fünf Ländern.

"Die Welt hat die Chance verpasst, die größte Wildnis der Welt effektiv zu schützen. Erneut zeigt sich, wie groß der Einfluss der Fischerei-Industrie ist - selbst am Südpol" Greenpeace Meeresexpertin Antje Helms zum Ergebnis der Konferenz.

(c) Teresa Novotny/Greenpeace

In den letzten zwei Wochen haben die 24 CCAMLR (Commission for the Conservation of Antarctic Marine Living Resources) -Vertragsstaaten in Hobart (Australien) über die von Neuseeland, den USA, Australien, Frankreich und den EU eingereichten Vorschläge für ein insgesamt 4 Millionen Quadratkilometer großes Netzwerk von Meeresschutzgebieten beraten. Neben den üblichen Verdächtigen China, Japan, Korea und Russland hatte sich auch die Ukraine gegen die Einrichtung des größten Meeresschutzgebietes der Welt in der Ross-See ausgesprochen. Alle diese Länder haben eine aktive Fischerei auf Schwarzen Seehecht oder antarktischen Krill in den eiskalten Polargewässern. Ihre Industrie sahen sie durch die Schutzgebiete gefährdet.

"Alles Leben im einzigartigen Naturparadies der Antarktis ist vom Meer abhängig: Robben, Pinguine, Wale, Albatrosse  - ohne das Südpolarmeer würde es sie nicht geben. Der Kontinent Antarktika wurde 1991 für fünfzig Jahre vor der industriellen Ausbeutung geschützt - nicht so das umgebende Meer. Dies muss jetzt dringend nachgeholt werden. Wie groß die Begehrlichkeiten sind haben wir gerade gesehen. CCAMLR hat sich wie eine Fischereikommission aufgeführt, nicht wie ein Gremium, das eigentlich die Tierwelt der Antarktis schützen soll."

Damit verpasste die CCAMLR-Kommission auch das selbst gesteckte Ziel, die Einrichtung eines Netzwerkes von Meeresschutzgebieten bis 2012 umzusetzen. Im Juli 2013 soll daher während eines außerordentlichen Treffens von CCMALR in Deutschland erneut über die abgelehnten Schutzgebietsanträge beraten werden.

Die "Antarctic Ocean Alliance" , in der neben Greenpeace 29 weitere Umweltschutzorganisationen vertreten sind, hatte für die Einrichtung von einem Netzwerk von Meeresschutzgebieten geworben, die 40 Prozent der antarktischen Gewässer entsprechen. Insgesamt hatten sich im Laufe der letzten Wochen weltweit mehr als 1,2 Millionen Unterstützer für diese Schutzgebiete ausgesprochen, darunter US-Schauspieler Leonardo DiCaprio.

© Kate Davison/Greenpeace

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