Tunfisch-Patrouille in der Südsee

Newsartikel - 16 September, 2011
Mit dem Greenpeace-Schiff 'Esperanza' ist Greenpeace derzeit in der Südsee im Einsatz - dort wo die letzten relativ gesunden Tunfischbestände dieser Erde leben. Doch die Idylle trügt: Der zentrale Westpazifik ist eines der Hauptfanggebiete für Dosentunfisch - genauer gesagt Skipjack-Tunfisch. Auch der Tunfisch in österreichischen Supermarktregalen stammt von dort. Dem Südsee-Paradies droht die Überfischung!

Die unzähligen kleinen Inselnationen der Südsee könnten mit der immensen Ausdehnung ihrer Hoheitsgewässer fast die gesamte Meeresregion kontrollieren. Doch profitieren sie bis jetzt am wenigsten vom großen Fischreichtum. Die meisten dieser Länder sind zu arm, um eine Tunfisch-Fangflotte zu besitzen. So verkaufen sie Tunfisch-Fanglizenzen an Übersee-Flotten aus reichen Industrieländern wie Japan, Taiwan, USA, Spanien und Frankreich. Unfaire Fischereiabkommen sind dabei die Regel: im Durchschnitt zahlen die reichen Flotten nur fünf Prozent dessen, was der Fisch tatsächlich auf dem Weltmarkt wert ist.

 

© Greenpeace / Paul Hilton

Die meisten Pazifikstaaten sind aus Kostengründen nicht in der Lage ihre Gewässer vor illegaler Fischerei zu schützen.

Piratenfischer soweit das Auge reicht

Für die Übersee-Flotten zählt nur der kurzfristige Profit. Sie holen soviel Tunfisch aus dem Wasser wie nur geht. Ein langfristiges und nachhaltiges Management der Fischbestände bleibt dabei auf der Strecke.

Mit den üblichen Fangmethoden - Langleinen oder Ringwaden unter Einsatz von Fischsammlern, um den Tunfisch anzulocken - landen enorme Mengen an Beifang ebenfalls in den Netzen: Haie, Schildkröten, Jungfische der gefährdeten Tunfischarten, und viele andere Meerestiere werden dadurch getötet. Durch Fischsammler sind jeweils etwa 10 Prozent der Fänge "unnützer" Beifang. Die Südsee ist ein Eldorado für Piratenfischer.

 

Hoffnung am Meeres-Horizont

In einem historischen Schritt haben acht Südseestaaten einen wichtigen Schritt für die Schaffung von Meeresschutzgebieten getan, wie sie Greenpeace seit langem fordert. Zwischen ihren nationalen Gewässern liegen vier Hochseegebiete mit internationalen Gewässern  - auch bekannt als "Südsee-Allmende" (engl. "Pacific Commons"). In diesen Gebieten, die zusammen halb so groß sind wie Europa, haben sie die Ringwaden-Fischerei verboten. Nun gilt es auch die nicht weniger umweltschädliche  Langleinenfischerei zu verbannen, damit die "Südsee-Allmende" als Rückzugsgebiet wirksam zur Erholung der Tunfischbestände wirken können.

 

© Greenpeace / Cris Olivares

Manuel Marinelli, Taucher und Aktivist aus Salzburg ist bei den Einsätzen dabei.

Österreicher im Einsatz zur Rettung der letzten Tunfischbestände

Seit 2008 steht die Südsee im Fokus von Greenpeace. Das Greenpeace-Schiff Esperanza ist in den kommenden Wochen intensiv im Einsatz, um in den Südsee-Meeresschutzgebieten Piratenfischer zu überführen.

An Bord der Esperanza ist übrigens auch ein Österreicher im Einsatz: Manuel Marinelli aus Salzburg wird als Taucher und Aktivist in den kommenden drei Monaten bei allen Einsät ze zum Schutz des Tunfisches dabei sein. Und auch hierzulande kämpft Greenpeace  für nachhaltigeTunfisch-Produkte in österreichischen Supermarkt-Regalen.

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