Palmöl-Gigant Wilmar will Regenwälder schützen

Der öffentliche Druck hat sich augezahlt

Newsartikel - 9 Dezember, 2013
Wilmar International, der weltgrößte Palmölhändler, hat sich am 5. Dezember 2013 öffentlich verpflichtet, zukünftig keine Regenwälder und Torfmoore mehr zu zerstören. Diese Erklärung folgt nun dem Druck, den Greenpeace und andere Umweltschutzorganisationen und Verbraucher weltweit jahrelang auf den Konzern ausgeübt haben.

Durch die Rodung der Wälder für Palmölplantagen wird der Sumatra Tiger an den Rand seiner Existenz gedrängt.

© Greenpeace / Tom Jefferson

Sie forderten den Konzern auf, kein Palmöl herzustellen und zu handeln, das mit Regenwald-, Torfmoorzerstörung und sozialen Konflikten in Verbindung steht. Gesche Jürgens, Waldexpertin bei Greenpeace, bewertet die gestrige Erklärung des Konzerns: «Wilmars Verpflichtung hat das Potenzial, den Palmölsektor zu transformieren. Sie ist eine große Hoffnung für die verbleibenden Regenwälder Indonesiens und darüber hinaus für die Menschen und Tiere, die auf sie angewiesen sind. Damit diese Hoffnungen nicht enttäuscht werden, muss Wilmar seine Zusagen nun ambitioniert umsetzen.»

Dazu muss das Unternehmen Sofortmaßnahmen einleiten und zum Beispiel jetzt aufhören, Palmöl von Unternehmen wie der Ganda Gruppe zu beziehen, die mit anhaltender Regenwaldzerstörung, illegaler Plantagenanlage auf Torfböden und sozialen Konflikten in Verbindung gebracht wird.

In den letzten sieben Jahren hat Greenpeace mehrfach die zweifelhaften Geschäftspraktiken von Wilmar aufgedeckt: Dazu zählten unter anderem der Handel mit Palmöl aus illegal angelegten Plantagen in Nationalparks, die Zerstörung des Lebensraums der vom Aussterben bedrohten Sumatra-Tiger und der Bezug von Palmöl von Unternehmen, die mit dem Tod von Orang-Utans in Verbindung gebracht wurden.

Jetzt müssen Taten folgen

«Jahrelang haben sich Unternehmen, auch Wilmar, hinter sogenannten Nachhaltigkeitsinitiativen wie dem RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) versteckt. Greenpeace wird genau beobachten, ob und wie Wilmar seinen Zusagen Taten folgen lässt. Dazu muss der Konzern seine Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, die mit Regenwaldzerstörung in Verbindung gebracht wurden, sofort beenden», so Jürgens. Etwa ein Drittel des weltweit in Umlauf gebrachten Palmöls wird von Wilmar gehandelt. Nun müssen auch andere Palmölhändler und –hersteller, wie Cargill, Musim Mas und Sime Darby nachziehen und vergleichbare Verpflichtungen abgeben.

Der Palmölsektor ist der größte Treiber der Entwaldung in Indonesien. Karten des Forstministeriums zeigen, dass Indonesien zwischen 2009 und 2011 jährlich eine Regenwaldfläche von etwa 620.000 Hektar verlor. Die Expansion von Palmölplantagen drängt bereits in weitere Länder und Kontinente, so zum Beispiel nach Neuguinea und in die tropischen Länder Afrikas. Auch dort ist der Sektor in Umweltzerstörung und soziale Konflikte verwickelt. Daher ist es unerlässlich, dass sich Palmölkonzerne weltweit davon distanzieren und ihre Geschäfte nicht länger auf Kosten von Mensch und Umwelt machen. Dafür setzt sich Greenpeace weiterhin ein.

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