5 Gründe gegen Staudämme im Amazonas

Folgen für indigene Munduruku wären gravierend

Newsartikel - 14 Juli, 2016
Im brasilianischen Amazonas sollen bald die Bagger vorfahren. Denn geht es nach der Regierung sollen mitten im Herzen des Urwaldes mehr als 40 Staudämme entstehen. Greenpeace-Aktivistinnen und -Aktivisten sind derzeit vor Ort um sich gemeinsam mit dem indigenen Volk der Munduruku gegen diese Infrastrukturprojekte einzusetzen.

Sollten aus dem Plan der Regierung Realität werden, wären die Munduruku stark betroffen, wie die hier angeführten fünf Punkte zeigen. 

 Munduruku-Oberhaupt im Amazonas

Punkt 1: Zwangsumsiedelung

Mit dem ersten und gleichzeitig größten Staudamm São Luiz do Tapajós würde ein Stausee entstehen, der fast doppelt so groß ist wie Wien. Vier Dörfer der Munduruku wären von dem Bau des São Luiz do Tapajós direkt betroffen, sie würden geflutet werden. Etwa 200 Indigene müssten umgesiedelt werden.

Punkt 2: Zerstörung von Lebensgrundlagen

Durch die veränderten Wasserkreisläufe und die Auswirkungen auf die umliegenden Landschaften gefährdet das Projekt die Wasserversorgung und die Nahrungsquellen der Munduruku. Auch heilige Stätten der Munduruku sind durch die Infrastrukturprojekte in Gefahr.

 Bau vom Staudamm Belo Monte ( © Carol Quintanilha / Greenpeace)

Punkt 3: Massenbewegung mit gravierenden Folgen

Die Indigenen, die infolge des Dammbaus ihre Heimat verlassen müssen, werden höchstwahrscheinlich in die nahe gelegene Stadt Itaituba strömen. Solche Massenbewegungen werden erfahrungsgemäß die Infrastruktur der Kleinstadt überlasten und wirken sich negativ auf das Sozialgefüge aus. Dies hat bereits der Staudamm Belo-Monte im Amazonas gezeigt: Eine im Jahr 2015 durchgeführte Studie des Sozial- und Umweltinstitutes (Socio-Environmental Institute, ISA) listet eine Reihe von verheerenden Konsequenzen auf, die mit dem Bau des Staudammes einhergingen: Die Infrastruktur in der nahe gelegenen Stadt Altamira brach zusammen, nachdem die Stadt 50 Prozent an Zuwanderung erlitt. Zwischen 2011 und 2014 stieg die Zahl der Mordopfer in der Stadt um 80 Prozent. In der gleichen Zeit verdoppelten sich Gewalttaten gegen Frauen und Mädchen, Raubüberfälle und Diebstähle.

Punkt 4: Illegale Waldrodung

Wie bereits der Belo-Monte-Staudamm gezeigt hat, können derartige Infrastrukturprojekte auch illegale Waldrodungen und das Eindringen von Holzfällern, Minenarbeitern und Jägern in indigenes Land zur Folge haben.

  Seit mehr als 30 Jahren kämpfen die Munduruku gegen Staudämme am Tapajos Fluss und somit um ihre Existenz, ihre Kultur und um ihren natürlichen Lebensraum.( © Jannes Stoppel / Greenpeace)

Punkt 5: Wirtschaftsinteressen im Vordergrund

Die Munduruku kämpfen seit Jahrzehnten für die offizielle Anerkennung ihres Territoriums als indigenes Land. Sollte dies geschehen, könnten solche Projekte nicht ohne Zustimmung der Munduruku durchgeführt werden. Doch Wirtschaftsinteressen haben eine Anerkennung bislang verhindert. 

Schützt das Herz des Amazonas

Mitten im Herzen des Amazonas befindet  sich ein unbeschreibliches Paradies der Artenvielfalt, einer der letzten natürlichen Flüsse des Amazonas sowie die Heimat von über 12.000 MenschenDoch genau dort sollen laut brasilianischer Regierung ein Megastaudammkomplex entstehenDer Amazonas-Regenwald braucht jetzt Ihre Unterstützung!

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