Der Amazonas brennt

Fünf alarmierende Fakten über die Regenwald-Brände

Newsartikel - 7 September, 2016
Jedes Jahr zwischen Juli und November stehen Teile des Amazonas in Flammen. Brände können zum Lebenszyklus von Wäldern dazugehören, aber im Amazonasgebiet sind die meisten davon alles andere als natürlich. Es ist ein menschengemachtes Problem mit verheerenden Auswirkungen. Jahr für Jahr finden nämlich Brandrodungen statt, um die Gebiete für Viehweiden, landwirtschaftliche Zwecke, aber auch für illegalen Holzeinschlag vorzubereiten. Auf diese Weise werden die Wälder jedoch noch anfälliger für zukünftige Großbrände und der Klimawandel wird massiv angeheizt.

Feuer zerstören den Regenwald (c) Rogério Assis, Greenpeace

Hier sind fünf alarmierende Fakten zu den Waldbränden im Amazonas:

1. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden 27.814 Brände im Amazonas-Regenwald registriert. Niemals zuvor gab es im gleichen Zeitraum derartig viele Feuer-Hotspots. Genauer gesagt waren es um 81 Prozent mehr Waldbrände als im historischen Durchschnitt. Die meisten dieser Feuer wurden von Menschen gelegt.

2. Die Feuer-Saison im Amazonas wird jedes Jahr länger. Zwischen 1979 und 2013 stieg die Dauer der Saison um 18,7 Prozent. 

3. Waldrodungen im Amazonas sind für 30 Prozent der Treibhausgasemissionen Brasiliens verantwortlich. Zwischen 40 und 50 Prozent der durch die Waldbrände freigesetzten Treibhausgase gelangen direkt in die Atmosphäre und tragen somit zum Klimawandel bei.

4. 6.000 Quadratkilometer Wald werden jedes Jahr im Amazonasgebiet zerstört – fast die dreifache Fläche von Vorarlberg.

5. Im Jahr 2015 verpflichtete sich die brasilianische Regierung dazu, illegale Waldrodungen bis zum Jahr 2030 zu stoppen. Dies bedeutet jedoch, dass Verbrechen wie jene von Menschen gelegte Brände noch weitere 14 Jahre erlaubt sein werden.

Immer mehr Brände im Amazonas-Regenwald  (c) Greenpeace / Rogério Assis)
 

Waldbrände im Amazonasgebiet sind Teil eines Teufelskreises: Durch den Klimawandel werden die Wälder trockener. Und je trockener sie werden, desto anfälliger sind sie für Brände.
Der Amazonas steht in Flammen. Es ist Zeit für die brasilianische Regierung sich zu einer Null-Abholzungspolitik zu verpflichten. Und es liegt an uns, den Amazonas vor den vielen Bedrohungen zu bewahren und für die nächsten Generationen zu schützen.

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