Nestlé geht auf
Greenpeace-Forderungen ein

Newsartikel - 17 Mai, 2010
Nestlé hat im Mai 2010 angekündigt, absofort auf die Verwendung von Palmöl und Zellstoff aus Regenwaldzerstörung zu verzichten. Dieser Schritt erfolgte nach einer zweimonatigen internationalen Greenpeace-Kampagne, an welcher sich mehrere hunderttausend Personen beteiligten.

Danke Nestlé!

Die Kampagne zeigte, wie Palmöl aus Urwaldzerstörung in Nestlé Produkten wie dem Schokoriegel KitKat landet. Die Ausdehnung von Palmöl- und Zellstoffplantagen treibt in Indonesien die Zerstörung von Urwald- und Torflandflächen in schnellem Tempo voran und bringt Arten wie den Orang-Utan an den Rand der Ausrottung.

 

Was seit dem Versand Ihres Protestmails an Nestle passiert ist

Nestlé´s Facebookeintrag

Erinnern Sie sich daran? “Social Media: Wie Sie sehen, lernen wir mit der Zeit. Danke für Ihr Kommentar.“ Am 19. März dieses Jahres war das die erste Statusmeldung auf Nestles Facebook Seite – nach 3 Tagen heftigster Postings. Die Nachricht blieb nicht lange auf der Seite, aber sprach deutliche Bände über die verfehlte Reaktion der Nestle-Web2.0-Strategen zur anlaufenden Kitkat-Kampagne von Greenpeace.


Diejenigen von uns, die im Web 2.0 zu Hause sind, erinnern sich vielleicht daran, was alsbald passierte: der Name Nestle wurde gleichgesetzt mit „Desaster“, Kitkatastrophe, Albtraum,.. und so weiter.

Konnten all die erbosten Facebook Kommentare dem bedrohten indonesischen Regenwald wirklich helfen?

Sie konnten.

Die Kommentare, die Sie und viele weitere engagierte Menschen hinterließen, waren der Anfang eines Erfolgs – für den Regenwald und damit den Schutz der kohlenstoffreichen Torfgebiete, ebenso wie für die dort heimischen Orang-Utans. Die zahlreichen Reaktionen von Konsumenten auf die Tatsache, dass Nestle Palmöl aus Regenwaldzerstörung kauft, brachten den Konzern endlich dazu zu reagieren.

Endlich stimmte Nestle zu, die Produktkette zu überprüfen und Verträge mit Firmen zu stornieren, deren Produkte (Palmöl und Papier) aus der Regenwaldzerstörung in Indonesien kamen. 

Auf Worte müssen Taten folgen

Wir gratulieren Nestlé zu den angekündigten Massnahmen und werden nun genau verfolgen, ob sie den neuen Massnahmenplan effektiv umsetzen werden:

  • kein Palmöl mehr von Firmen, die in illegale Rodungen verwickelt sind
  • die lokale Bevölkerung soll in die Projekte einbezogen werden
  • die Torfböden - wichtiger globaler CO2-Speicher - sollen geschützt werden 

Umweltzerstörer Sinar Mas

Notorischer Umweltsünder Sinar Mas

Die Firma, von der hier in erster Linie die Rede ist, ist der notorische Regenwaldzerstörer Sinar Mas – eine Firma, die als größter Palmölproduzent in Indonesien agiert, mit Papier und Zellstoff handelt und zusätzlich ins Kohle-Geschäft einsteigen möchte.

Sinar Mas kennt man außerhalb von Indonesien nicht. Es hat kein Label, keine aktive Facebook-Fan Seite, es gibt keine transparente Information über seine Geschäfte und der Konzern hält schon gar nicht seine Versprechungen zu mehr ökologischem Gewissen – ein.

 

Beschämender Ausgang der Rechnungsprüfung für Sinar Mas

Am 19. August 2010 gab es eine Rechnungsprüfung über einige seiner vielen Konzessionen in Indonesien. Greenpeace hatte sich nicht viel Neues von Sinar Mas erwartet – und dennoch überraschte uns folgendes Ergebnis positiv:

Die Rechnungsprüfung bestätigt den Gesetzesbruch der indonesischen Gruppe Sinar Mas.  

Brisanter Greenpeace Bericht zwingt weitere Unternehmen zum Handeln

Nach dem Erfolg gegen Nestle veröffentlichte Greenpeace einen brisanten Bericht über Sinar Mas, in dem die üblen Machenschaften im Papier-und Zellstoffbereich dokumentiert sind sowie eine Liste namhafte globale Unternehmen, die zu Sinar Mas' Kunden zählen: How Sinar Mas is pulping the planet

Über eine Tochtergesellschaft beliefert Sinar Mas Firmen wie KFC (= größte US Fastfoodkette auf Geflügelprodukte), Carrefour (= große französische Supermarktkette) und Walmart (= weltweit größter US-amerikanischer Einzelhandelskonzern und weltweit größter Arbeitgeber). Die Unternehmen reagierten binnen Tagen und kündigten ihre Verträge mit Sinar Mas. 

HSBC verkauft Sinar Mas Anteile aufgrund von Greenpeace Video

Am 8.Juli 2010 verkündete die Bank HSBC (= brit. Bank, laut Forbes Global 2000-Liste, größtes Finanzdienstleistungsunternehmen der Welt), dass sie ihre Anteile an der Sinar Mas Gruppe verkauft hat. Das Greenpeace Video (eine ironisierte Form eines Werbefilms von HSBC) hat der Bank scheinbar auf die Sprünge geholfen.

Kampagnenerfolge wie Nestlé, Walmart oder HSBC haben enorme Bedeutung für den Schutz des indonesischen Regenwaldes:

  • Sie führen zur stärkeren Überprüfung der Sinar Mas Gruppe,
  • bringen mehr Aufmerksamkeit für den Erhalt des indonesischen Regenwaldes und
  • verstärken den Druck auf den indonesischen Präsidenten, seinen Versprechungen nachzukommen, den riesigen CO2 Fußabdruck von Indonesien zu verkleinern, indem er die Regenwaldzerstörung stoppt und die Torfgebiete unter Schutz stellt.

Das alles wurde unter anderem durch Ihre Kommentare auf einer Facebook-Seite ausgelöst. Vielen Dank!

Rückblick nach einem Jahr des Nestle-Versprechens.

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