Zeichen-Tricks – Ein Weg durch den Gütezeichen-Dschungel

Greenpeace hat die wichtigsten Kennzeichen im Lebensmittelbereich untersucht

Newsartikel - 6 Februar, 2018
Fairtrade, MSC oder AMA – Im Supermarkt sind wir mit einer Vielzahl an Gütezeichen für Lebensmittel konfrontiert. Für was sie tatsächlich stehen, ist nicht immer klar erkenntlich. Einige schaden sogar mehr, als sie nützen. Der Gütezeichen-Guide „Zeichen-Tricks“ von Greenpeace will Orientierung bieten und aufzeigen, welchen Kennzeichen man vertrauen kann und welchen nicht.

Gütezeichen-Dschungel im Supermarkt ( (c)Mitja Kobal /Greenpeace)

Insgesamt 26 Gütezeichen hat Greenpeace überprüft: Ein Drittel der Kennzeichen hat die unabhängige Umweltschutzorganisation als nicht vertrauenswürdig eingestuft, beispielsweise Pro Planet, das RSPO- sowie das MSC-Siegel. "MSC hat extreme Schwächen, und es gibt derzeit kein vertrauenswürdiges Gütezeichen für Meeresfisch am Markt. Das Problem sind nicht nur die Fangmethoden und der Beifang, sondern auch schlicht die immer weiter steigende Nachfrage nach Meeresfisch. Um den eigenen Fischkonsum nachhaltig zu gestalten, raten wir, heimischen Fisch wie Saibling oder Forelle zu konsumieren, und auf Meeresfisch wenn möglich zu verzichten" sagt Nunu Kaller, KonsumentInnensprecherin von Greenpeace in Österreich. Bei diesen Gütezeichen geht es vor allem um eines: Den Verkauf anzukurbeln und mehr Gewinn zu machen – auf Kosten der Umwelt.

Auch das österreichische AMA-Gütesiegel wurde unter die Lupe genommen: „ AMA ist für uns nur bedingt vertrauenswürdig“, sagt Kaller. „Wenn unter anderem in der Schweinehaltung weiterhin gentechnisch verändertes Futtermittel verwendet wird, ist das aus unserer Sicht ein ‚No-Go‘.“

Gütezeichen-Dschungel bei Lebensmittel ( (c) Mitja Kobal/Greenpeace)

Jedoch konnten einige Gütezeichen auch überzeugen: Gute Ergebnisse konnten die getesteten Bio-Siegel einfahren, deren Standards teilweise weit über die EU-Richtlinien hinausgehen. Besonders bei Regionalität der Produkte und beim Tierschutz gelten hier oft im Vergleich zu den gesetzlichen Regelungen sehr weit gehende Vorgaben. Besonders gut haben beispielsweise das AMA-Biosiegel oder das Zeichen der Bio Austria abgeschnitten.

Neben den Gütezeichen hat Greenpeace im Report auch die Bio-Marken der großen österreichischen Supermärkte angesehen und kann auch diese sehr empfehlen. „Als unabhängige Umweltschutzorganisation ist es unsere Pflicht aufzuzeigen, welche Gütezeichen für eine nachhaltige Produktion stehen und wo rein Greenwashing betrieben wird. Diese Aufgabe wollen wir auch in Zukunft sehr ernst nehmen,“ so Kaller.

Den Gütezeichen-Guide „Zeichen-Tricks“ von Greenpeace in Österreich gibt es hier