Teil 2: die Crew  An Bord der Rainbow Warrior waren in den letzten Wochen nicht nur Privatpersonen, sondern auch Fernsehteams, Journalisten von Zeitungen und Radiostationen mitten unter den Reihen von Begeisterten. Sie alle kamen voller Fragen und verließen das Schiff voller Begeisterung wieder.

Die Tage folgten einer Art dynamischen Musters: Täglich nach dem Putzen des Schiffes kam der Chief Mate in die Messe (Schiffschargon für Esszimmer) und schrieb die Zeiten für die Besuchertouren an die Tafel, und meist hatte er noch nicht zu Ende geschrieben als sich schon die ersten Freiwilligen meldeten.

Es ist einfach großartig zu sehen wie gut ein Team aus so vielen Kulturen, Religionen und Nationen zusammenarbeiten kann. Momentan besteht unser Team aus 16 Personen und immerhin 14 Nationen aus aller Welt. Wir alle sind quer über den Globus verteilt. Doch egal woher die Leute auch sind oder welche Position sie an Bord erfüllen, jeder einzelne scheint für das Funktionieren des Schiffes unverzichtbar zu sein. Ohne solch einen Teamgeist würden Greenpeace-Kampagnen und Aktionen - wie die letzte in Hong Kong für Erneuerbare Energien und gegen Energieverschwendung und Atomkraft nicht so gut funktionieren, wie sie es tun. Einen kurzen Eindruck von unserem fast heroischen Auftritt in Hongkong findet ihr hier:

Kapitän Daniel ist Argentinier, unsere Schiffs-Ingenieure aus der Ukraine, Spanien und Irland. Sie sorgen dafür, dass wir auch bei Flaute ständigen Vortrieb bekommen, für die Wasserversorgung an Bord und natürlich auch den Strom. Ohne genau diesen würde wiederum unser Funkoffizier Neil aus Australien seinen Job nicht erledigen können. Zum einen die Standby Position für die Navigation und Kommunikation an Bord, aber vor allem auch dafür zu sorgen, dass alles was wir hier tun die Welt erreicht. Er hält die Internetverbindung am Leben, sendet Bilder und Videos von Aktionen in die weite Welt und ist damit auch erster technischer Ansprechpartner für Foto- und Videographen an Bord.

Und ohne unseren Ronny – Kombüsenchef vom Dienst und von den Philippinen, hätte die Deckcrew – also wir – keine Kraft fürs Putzen und alle Wartungsarbeiten. Ronny ist übrigens eine richtige Frohnatur, der immer singt. Das mag vielleicht daran liegen, dass er früher einmal Entertainer, Tänzer und Sänger war - und genauso steht er auch immer in der Kombüse. Besonders gerne bekocht er uns mit allen Variationen von Reis und Gemüse, welches im Hafen regional und saisonal eingekauft wird. Wir – die Deckcrew – stellen aber auch die eigentlichen Aktivisten dar. Wir hängen die großen Banner zwischen die Masten, dürfen mit den Greenpeace-Booten fahren und hängen uns an die Ankerketten verschiedener Schiffe.

Ich hoffe ich kann euch schon im nächsten Blog von einer solch spannenden Aktion berichten. Momentan segeln wir noch in Richtung Osten, um uns nahe Taiwans vor dem aufziehenden Sturm in Sicherheit zu bringen, aber schon nächste Woche wollen wir zum Datensammeln nach Südkorea. Dort gibt es viel über die massiven Eingriffe des Tunfischfangs zu berichten. Manuel