Eine Verbindung zwischen Autokonzernen und der Regenwaldzerstörung.

Wären mehr Menschen so entschlossen und mutig wie Elissama de Oliveira Mezenes, wären heute vielleicht noch größere Teile vom Amazonas-Regenwald erhalten. Doch die 20-Jährige hängt allein an der Ankerkette der „Clipper Hope“, einem Frachtschiff, das Roheisen von Brasilien in die USA bringen soll.

Elissama ist eine zarte Person, aber neben dem 175m langen Frachter wirkt sie vollkommen winzig. Und doch hat sie es geschafft, das Auslaufen des Schiffes für über 24 Stunden zu verhindern. Die Greenpeace-Aktivistin hat sich an der Ankerkette festgemacht, weil sie den Kreislauf der Zerstörung, der im Amazonas Regenwald beginnt und in den Showrooms großer Autofirmen endet, durchbrechen möchte.

Roheisen für Viena

Ellisama mit ihrem Kollegen auf der Ankerleine

Das Frachtschiff wollte eigentlich Roheisen, das für die US-amerikanische Firma Viena bestimmt ist verladen. Viena ist nicht Wien, sondern einer der Konzerne, die im neuen Greenpeace Report angeprangert werden, weil sie Teilhaben an der Zerstörung unseres Regenwaldes. Solange die Aktivistin aber festgekettet bleibt, kann das Schiff nicht aus dem Hafen auslaufen.

Die Aktion auf See wirft die Frage auf, was Präsidentin Dilma Rousseff  tatsächlich unter Umweltschutz versteht. Eine eher brennende Frage in Hinblick auf den UN-Umweltgipfel Rio+20, zu dem sie am 20. Juni in ihr Land geladen hat.

Das Problem mit dem Roheisen

Roheisen ist eine der Hauptkomponenten in der Stahlproduktion und wird, unter dem Einsatz von großen Mengen Holzkohle, von brasilianischen Gießereien hergestellt. Der neue Greenpeace-Report enthüllt, dass manche der weltweit größten Autokonzerne Stahlprodukte, die mit brasilianischem Roheisen hergestellt wurden, benutzen.

„Dilma muss den Amazonas und die Menschen, die von ihm abhängig sind, beschützen! Sie muss Abholzung, Sklaverei und die Besetzung des Landes der Ureinwohner verbieten“, empört sich Elissama.

Präsidentin Dilma sollte den Rio-Gipfel dazu nutzen, um Brasiliens Fortschritte in Umweltfragen zu feiern. Sie wird allerdings Probleme haben, diese Botschaft zu rechtfertigen, da der Kongress erst vor wenigen Wochen Änderungen im Waldgesetz („Codigo Florestal“) zugestimmt hat. Für Elissama bedeutet das einen Freibrief für noch größere Abholzung in ihrem geliebten Regenwald. Dilma kann noch bis zum 25. Mai ihr Veto gegen diesen verheerenden Gesetzesentwurf einlegen.

Fordern Sie Dilma auf, ein Veto einzulegen!

 

Die Stahlindustrie steht in direktem Zusammenhang mit der Abholzung des Regenwaldes im Amazonas. Der mittelgroße Roheisen-Konzern Viena ist für die illegale Abholzung des Regenwaldes in der Größe von Manhattan in jedem der letzten vier Jahre, verantwortlich.

Eine entschlossene Brasilianerin kann ein tonnenschweres Schiff für viele Stunden aufhalten. Doch ihre Stimme allein ist zu leise, um von Industriegiganten und PolitikerInnen gehört zu werden.Greenpeace verlangt, dass Konzerne neue Richtlinien einführen, die jegliche Verwendung von Produkten, die mit Abholzung und der Sklavenarbeit in Verbindung stehen, dauerhaft auszuschließen.

Unterstützen auch Sie Elissimas und unseren Kampf für die Erhaltung des brasilianischen Regenwaldes!

Fordern Sie Dilma auf, ein Veto einzulegen!