Um 9.15 Uhr heute morgen haben 25 Aktivisten aus ganz Europa eine Shell-Tankstelle unweit des Weltwirtschaftsforums in Davos geschlossen. Sie protestieren damit gegen das arktische Ölbohrprogramm der Firma Shell in Alaska.

Die Aktivisten aus Deutschland, Schweiz, Italien und Frankreich haben Tanksäulen verkettet, um sie funktionsunfähig zu machen. Sie haben 3 Tonnen Eis auf dem Vorplatz der Tankstelle verteilt. Obenauf sitzt ein lebensechter Eisbär. Weitere Aktivisten haben am Dach der Tankstelle ein Transparent aufgespannt mit der Aufschrift: "Arktisches Öl – zu riskant".

 

Auch Kumi Naidoo, Exekutivdirektor von Greenpeace International, befindet sich am WEF. Er sagte heute morgen: "Die gewaltigen Risiken, die Shell in der Aktis eingeht, sind für die Investoren, die unberührte Umwelt und das Klima gleichermassen eine schlechte Nachricht. Nach einer Bohrsaison in Alaska, während der Shell von einem gefährlichen Zwischenfall zum nächsten strauchelte, ist klar: Der Konzern ist nicht in der Lage, eine solch waghalsige Unternehmung auch nur annähernd sicher durchzuführen" (zur Chronologie der Shellpannen

"Der Ölmulti ist momentan Gegenstand verschiedener Untersuchungen und seine Marke ist ernsthaft gefährdet. Sämtliche anderen Ölkonzerne täten gut daran, einen genauen Blick auf die schlechten Erfahrungen von Shell in der Arktis zu werfen und sich zu fragen: lohnt es sich, unseren weltweiten Ruf dafür aufs Spiel zu setzen?"

Greenpeace fordert den Ausschluss von Shell vom Weltwirtschaftsforum

Shell-CEO Peter Voser befindet sich gegenwärtig ebenfalls in Davos, wo sein Konzern gestern mit dem diesjährigen Publikums-Preis des Public Eyes ausgezeichnet wurde. Der Schmähpreis geht jeweils an das am wenigsten nachhaltige Unternehmen der Welt.

Greenpeace fordert das WEF heute auf, darüber nachzudenken, ob zerstörerische Konzerne wie Shell auch in Zukunft nach Davos eingeladen werden sollten. Wir plädieren für einen Ausschluss vom WEF, solange Shell sein Arktis-Programm fortführt.

Shells 28.000 Tonnen schwere Bohrplattform Kulluk war kürzlich unweit der alaskischen Insel Kodiak auf Grund gelaufen, nachdem bei stürmischer See mehrere Schleppseile gerissen waren. Der Zwischenfall veranlasste die US-Regierung, das gesamte Arktis-Bohrprogramm von Shell zu untersuchen, nachdem sich das Unternehmen im vergangenen Jahr schon mehrere ernsthafte Zwischenfälle hatte zu Schulden kommen lassen.

Greenpeace hat eine internationale Kampagne gestartet, um die unbewohnten Gebiete am Nordpol zum Schutzgebiet zu erklären. Bereits haben sich mehr als 2,3 Millionen Menschen auf savethearctic.org der Bewegung angeschlossen, darunter Persönlichkeiten wie Paul McCartney, Sir Richard Branson und Penelope Cruz.