Gab es diese furchtbare Reaktorkatastrophe in Fukushima Daiichi wirklich, oder haben wir das alles nur geträumt? Wer sich dieser Tage in Fukushima City aufhält, könnte tatsächlich Zweifel bekommen. Nirgendwo weist ein Radioaktivitätszeichen auf eine mögliche Gefahr hin, die Menschen gehen scheinbar unbeschwert ihren Geschäften nach.

Supermarkt in Japan: Kaum jemand kauft Gemüse aus Fukushima

Um ein Personendosimeter zu bekommen, das die Strahlendosis misst, der man ausgesetzt ist, mussten wir beim heutigen Schneesturm durch die halbe Stadt fahren. Die Politik tut alles, um die Menschen ihre Angst vor dem atomaren Schrecken vergessen zu lassen. Unsere Dolmetscherin Akane erklärt uns: „Die Menschen halten die ständige Angst nicht mehr aus. Sie müssen doch weiterleben. Sie versuchen alles, um wieder einen normalen Alltag zu haben.“

Äpfel aus Fukushima

Die Bauern aus Fukushima werden darauf leider noch lange warten müssen. Gemüse “Made in Fukushima” lässt sich kaum noch verkaufen. Nach einem Gespräch mit der lokalen Bauernorganisation Nomiren berichtet mein Kollege Thomas Breuer: „Der Vertreter von Nomiren erzählte uns, dass die Behörden Badges (kleine Dosimeter, die im Labor ausgelesen werden müssen) an die Bauern verteilt haben. Mein erster Gedanke war von Überraschung geprägt. Endlich wird verantwortungsvoll mit den Menschen in der Region umgegangen. Dann der tiefe Fall: Es wurden genau zehn Badges verteilt. In der Präfektur Fukushima gibt es 100.000 Bauern.“

Messstation für Radioaktivität

In einem Laden findet das Greenpeace-Team Äpfel aus Fukushima. Ein Schild weist darauf hin, dass diese Äpfel unter der Freigrenze für radioaktive Belastung liegen. Doch offensichtlich greift dennoch niemand zu.

Meine Kollegen sehen auf einer Tour durch die Präfektur Fukushima ein dekontaminiertes Feld, das durch dicke Plastikfolien geschützt wird. Aber auch das hilft den Bauern am Gemüsestand nicht weiter. Der Konsument verzichtet sobald er den Namen Fukushima liest. Ich kann es verstehen.

Gemüseanbau unter Plastikfolien in der Präfentur Fukushima