Aktuelle Grafik: die arktische Eisdecke hat ein Rekordminimum erreicht. Quelle: www.nsidc.org

Im Greenpeace Büro hat sich eine neue schlechte Angewohnheit durchgesetzt. Man setzt sich hin, dreht den Computer auf und klickt auf das Lesezeichen „national snow and ice data center“. Heute war wieder einer dieser Tage, die auf diese Art und Weise begonnen wurden, doch das Ergebnis schreckte uns aus unserer Lethargie auf: Heute ist der Tag, an dem das arktische Eis ein neues Rekordminimum erreicht hat und den Rekord von 2007 übertroffen hat.

Die stark rückgängige Linie auf diesem unverfänglichen, unscheinbaren Diagramm zeigt aber eines deutlich: noch nie in der Geschichte, hat die Arktis derartig viel Eis verloren – und schmilzt noch weiter. Die Luft im Büro wurde plötzlich dünn – und laut wurde nach Luft geschnappt.

Nur 30 Jahre ist es her, dass das Arktische Eis ein Gebiet in der Größe Australiens bedeckte. Nur einige Jahrzehnte bedurfte es, um es auf ein Minimum zu reduzieren – in einigen wenigen Jahren dürften die Sommer in der Arktis eisfrei sein.

Als wir im Juni mit unserer “Schütz die Arktis” Kampagne begannen und Paul McCartney als einer der Ersten die Kampagne unterstützte, dachten wir nicht, dass wir binnen kürzester Zeit über 1,5  Million Unterschriften sammeln könnten. In seinem Blog an uns erzählte er rührend davon, wie die ersten Bilder vom Planeten Erde aus dem Weltraum gesehen die damalige Generation erpackte und die Umweltbewegung auf der ganzen Welt auslöste.

Ohne Eisdecke an den Polen der Erde, wird das Bild unseres Planeten ein völlig anderes sein. Deshalb müssen wir jetzt einen Zahn zulegen.

Walrösser sind ebenso stark gefährdet wie der Eisbär.

Der Narwal, das Walross und der Eisbär – die großartigsten Wildtiere sind in der Arktis beheimatet. Nicht zu vergessen Millionen von Menschen, einschließlich kleiner indigener Gruppen, deren Vorfahren vor tausenden Jahren,  diese unwirtliche Gegend bevölkerten. Sie alle sind in Gefahr.

Die größte Herausforderung steht noch bevor:

Die Ausbeutung der Arktis ist nicht unabwendbar. Auch Klimawandel ist keine unpersönliche Kraft der Natur. Wir Menschen haben das gemacht. Und der Grund ist ganz einfach: das Verbrennen fossiler Energie. Anstifter dazu sind Unternehmen wie Shell und Gazprom. Deshalb ist es auch einfach etwas dagegen zu tun: einfach in Erneuerbare Energien und Energieeffizienz zu investieren. Punkt.

Die UNO wollen wir davon überzeugen, dass die Arktis zu einem Schutzgebiet erklärt wird, das Ölbohrungen und industrielle Fischerei dort verboten wird. Alleine können wir das nicht schaffen. Wir brauchen Sie! Gemeinsam mit den bereits über eineinhalb Millionen Menschen weltweit, die sich ebenfalls für den Schutz der Arktis eingesetzt haben.

Vor zwanzig Jahren haben wir bereits so einen Erfolg geschafft. Die Antarktis im tiefsten Süden der Erde blickte damals in eine ebenso düstere Zukunft. Greenpeace rettete mit einer Kampagne die Antarktis -  woraufhin sie zu einem weltweiten Schutzgebiet erklärt wurde. Jetzt sind wir entschlossen dabei die Arktis im Hohen Norden zu schützen.

Es ist ein historischer Moment, die Erde gehört uns allen, allen Tieren und allen Menschen im gleichen Maße. Wir alle können uns für ihren Schutz einsetzen.

Join the movement. www.savethearctic.org