Ist das wirklich viel verlangt? Greenpeace fordert von Mattel, ihr Verpackungsmaterial so sorgfältig einzukaufen, dass dabei kein Urwald mehr zerstört wird. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, würde man denken. Doch das Gegenteil ist wahr. Auch andere große Konzerne wie Lego, Hasbro und Disney beteiligen sich durch ihre Einkaufspolitik direkt an der Zerstörung von Urwäldern.

Wenn wir davon ausgehen, dass in den Vorständen dieser Unternehmenskolosse Menschen sitzen, die halbwegs auf dem Stand der Zeit sind, so muss ihnen eigentlich klar sein, dass es dabei nicht nur um ein Ökosystem geht mit all den anderen Pflanzen und Tieren die daran, im wahrsten Sinne des Wortes, hängen. Es geht auch um die Zukunft der Menschen, die dort leben, und es geht um das Klimasystem des ganzen Planeten.

Für wahrscheinlich nicht einmal einen Cent pro Verpackung. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

So aber haben in den ersten zehn Tagen der Kampagne bereits mehr als 200.000 Menschen ein Protest E-Mail an den Vorstand von Mattel geschrieben. In 27 Ländern hat Greenpeace Protestaktionen durchgeführt. In Kalifornien wurde die Zentrale von Mattel mit Bannern behängt, in Schweden und vielen anderen Ländern wurden Protestaktionen vor den Geschäften von Spielzeughändlern durchgeführt. In Australien und anderswo wurden sogar kleine Kleber, die vor der Zerstörung des Urwaldes durch den Kauf einer Barbiepuppe warnen, an der Verpackung angebracht. Mehr als eine Million Menschen haben sich unser "Ken macht mit Barbie Schluss" Video angesehen. In Wien wurde Barbie dabei erwischt, wie sie ausgerechnet im Prater mit ihrer Motorsäge auf Bäume losgegangen ist.

Und was kam von Mattel und Asisn Pulp and Paper (APP), der Lieferant des Zellstoffs?

Nun, APP hat gesagt, dass alles nicht stimmt, obwohl Greenpeace gleich zu Beginn der Kampagne die Beweisführung veröffentlicht hat.

Mattel hat zuerst versucht so zu tun als ob nichts wäre. Kein Urwaldholz in der Verpackung und auch keine monatelangen Versuche von Greenpeace mit ihnen zu reden. Doch inzwischen rumort es schon etwas in der Vorstandsetage. Die Zeichen deuten eventuell auf Veränderung. Aber in dem Satz ist eine Menge Konjunktiv. Ein bisschen braucht es anscheinend noch, damit sich die Barbie-Hersteller bei Mattel ihrer Verantwortung bewusst werden und aus dem zerstörerischen Spiel mit Indonesiens letzten Regenwäldern aussteigen.

Kein Problem, wir werden sie dabei unterstützen. Noch haben wir ein paar Ideen wie es weitergeht.

Wir sind zuversichtlich und danken für die Unterstützung!

Robert Korbei