Wer glaubt, die Welt würde auf der jährlich stattfindenden Klimaschutzkonferenz gerettet werden, wird vom Ergebnis in Cancun enttäuscht sein.  Keine einzige Tonne CO2 konnte mit dem Ergebnis der heurigen Klimaschutzkonferenz eingespart werden - ja vielmehr wurde ein Vielfaches durch die Flüge der anreisenden Staats- und Regierungschefs nach Mexiko ausgestoßen.  Dennoch gilt das Prinzip Hoffnung. Nach dem völligen Desaster bei der Klimakonferenz in Kopenhagen vor einem Jahr,  an der der UN-Prozess für ein internationales Klimaschutzabkommen defacto begraben wurde, liegt jetzt ein deutlich konkreterer Text vor und die fast schon abgeschriebenen Staaten wie die USA oder Japan sind wieder mit an Bord.

Positiv ist auch die deutliche Willensbekundung der Staatengemeinschaft eine Lösung für den Klimaschutz zu finden.

Der Text ist eine solide Grundlage für einen kommenden Klimaschutzprozess. Darin befindet sich die Anerkennung der Zwei-Grad-Obergrenze der globalen Erwärmung und damit die implizite Ableitung, dass die einzelnen Staaten im Klimaschutz in den kommenden zehn Jahren deutlich mehr Anstrengungen an den Tag legen müssen.

Gleichzeitig soll im kommenden Jahr ein Abkommen erzielt werden, das den notwendigen Schutz der Regenwälder vorsieht. Darüber hinaus wurde erstmals festgeschrieben, dass die Industriestaaten, die den Klimawandel verursacht haben, den Menschen in den Entwicklungsländern finanziell unter die Arme greifen werden, um sich an den Klimawandel anzupassen. Weiters will man den Schwellenländern helfen, in ihrer Entwicklung zu mehr Wohlstand auf Erneuerbare Energien zu setzen und nicht die eigenen Fehler der Industriestaaten zu wiederholen.

Damit ist zwar noch kein Euro umgeschichtet worden, kein Baum gerettet und keine Tonne CO2 eingespart, aber man hat zumindest mal wieder das gleiche Ziel vor Augen und das ist mehr als nach Kopenhagen noch zu erwarten war.

Niklas Schinerl

Klimasprecher bei Greenpeace CEE