Es ist noch gar nicht so lange her, da konnten wir über unsere Erfolge gegen Nestle, Unilever und Kraft jubeln. Diese Unternehmen hatten Palmöl aus Regenwaldgebieten in ihren Produkten verarbeitet – vielleicht auch ohne es zu wissen. Nach kurzer Informationskampagne von Greenpeace kündigte Nestle, wie auch Unilever und Kraft ihre Verträge mit den Zulieferern – die meist in indonesischen Regenwald- und Feuchtgebiet anbauten. Dort wächst die Ölpalme doch so gut.

Zerstörung von Torfgebieten in Indonesien verboten

Konsequent vernachlässigt wird die Tatsache, dass die Zerstörung und Umwandlung von feuchten Torfgebieten in Indonesien per Gesetz verboten ist.  Sinar Mas ist einer der größten Palmölproduzenten in Indonesien, für den diese Gesetze scheinbar nicht zählen. Sie zerstören weiterhin Regenwald und Torfgebiete um sie in schier unendliche Flächen von Ölpalmplantagen umzuwandeln. Knallrote Früchte wohin das Auge reicht, denn diese bringen das Geld. Dass dadurch der natürliche Lebensraum des Orang-Utans, als auch des indonesischen Tigers zerstört und eingegrenzt wird, lässt Sinar Mas kalt. Noch weniger stört sie, dass sie damit ihr öffentliches Versprechen – den Regenwald und Torfgebiete zu schützen – ad absurdum führen.

Greenpeace veröffentlicht Bericht

Greenpeace überprüfte den notorischen Sünder und größten Regenwaldvernichter Indonesiens und legte letzte Woche einen Tatsachenbericht vor. Sinar Mas wurde in mehreren Gebieten auf frischer Tat ertappt und die Zerstörung fotografisch festgehalten.
Vertrauliche Unterlagen bezeugen zudem, dass Sinar Mas um eine (1!) Million Hektar weiter expandieren will.

Ebenfalls letzte Woche sollte Sinar Mas Resultate seiner Überprüfung der eigenen Geschäfte publizieren. Seine PR-Agentur riet nach der Veröffentlichung des Greenpeace-Reports allerdings dazu, diese auf 10. August zu verschieben. Wir können gespannt sein, wie Sinar Mas sein Imperium der Zerstörung hierbei zu verschleiern versucht.

Von Seiten großer multinationaler Konzerne gab es bereits richtige Reaktionen auf die zerstörerischen Machenschaften von Sinar Mas – sie kündigten ihre Verträge. Andere Firmen – wie beispielsweise Cargill – sollten auch bewusst diese Schritte setzen, um nicht bedenkenlos Umweltzerstörung zu kaufen.

Hanna Schwarz