Etwa die Hälfte der Menschheit isst täglich Reis. Damit gehört das kleine weiße Korn zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln überhaupt und stellt gleichzeitig einen riesigen Markt dar. Kein Wunder, dass Gentech-Unternehmen mit ihren gentechnisch veränderten Sorten schon seit Jahren auf diesem Markt Fuß fassen wollen. Sie erhoffen sich Gewinne im Milliardenbereich, denn wer einen manipulierten Reis patentieren lässt, der kann die spätere Verwendung der Pflanze als „Besitzer“ kontrollieren und über Lizenzen Geld für deren Verwendung kassieren.

Bislang ist es aber keinem Gentech-Unternehmen gelungen, einen gentechnisch veränderten Reis kommerziell zu vermarkten. Auch der deutsche Pharma-Konzern Bayer, den man hauptsächlich durch seine Kopfschmerztablette Aspirin kennt, ist gerade erst wieder mit seinem Gentech-Reis in Brasilien gescheitert. Bayer versuchte dort die Akzeptanz der Reis-Bauern zu gewinnen und erhoffte sich einen großflächigen Anbau der Risiko-Sorte LL62. Doch Greenpeace startete eine Gegenkampagne, informierte und organisierte den Widerstand. Jetzt haben die Bauern entschieden: Nein zum Risiko-Reis von Bayer! Bayer zog daraufhin seinen Antrag vorerst zurück - ein Etappensieg in Brasilien also.

In den USA wiederum wurde Bayer gerade von Bauern verklagt. Eine Gentech-Sorte des Unternehmens hatte deren Ernte verunreinigt. Europa schloss daraufhin die Tore für Reis-Lieferungen aus den USA, die Bauern blieben auf ihrem Reis sitzen und hatten den Schaden. Jetzt urteilte ein US-amerikanisches Gericht: Bayer muss Entschädigung zahlen!

Auch in Europa versucht Bayer seit Jahren eine Zulassung für seinen Risiko-Reis zu erhalten. Der Antrag stand letztes Jahr schon auf der Tagesordnung eines wichtigen EU-Ausschusses. Die Greenpeace-Kampagne lief daraufhin europaweit an. Wir baten Wissenschaftler ihre Meinung zu äußern, informierten Minister und Staatsoberhäupter über die Risiken, aktivierten Journalisten und informierten nicht zuletzt die Konsumenten in Europa. Das Ergebnis: der Reis „LL62“ verschwand auf mysteriöse Weise wenige Tage vor der Abstimmung von der Tagesordnung. Seither schlummert der Antrag auf Zulassung wieder in der Schublade der zuständigen EU-Behörde. Wann und ob er wieder zu Tage kommen wird, ist derzeit schwer zu sagen.

Klar ist nun jedoch: Gentech-Reis hinter dem Rücken der Öffentlichkeit auf den Markt zu bringen, wird nicht funktionieren!

Der Kampf gegen Gentech-Reis wird weitergehen. Bayer hat zwar weltweit bereits einige Watschen einstecken müssen, dennoch rechnen wir nicht damit, dass das Unternehmen so schnell aufgeben wird. Wir allerdings auch nicht!

Im Moment läuft eine europaweite Petition für ein gentechnikfreies Europa. Wir benötigen 1 Million Unterstützer, um die EU-Kommission zu zwingen, in unserem Sinne zu handeln, und nicht im Sinne der Gentech-Konzerne.
Bitte nehmen auch Sie sich eine Minute Zeit und unterzeichnen Sie jetzt die Petition für ein gentechnikfreies Europa!

An dieser Stelle ein großes DANKE an alle, die uns regelmäßig unterstützen!
Weitere Infos zur bisherigen Kampagne in Österreich finden Sie hier.

Philipp Strohm,
Gentechnik-Sprecher von Greenpeace Österreich