Letzte Nacht fand die erste wirklich heftige Auseinandersetzung bei dieser ansonsten sehr höflichen und konstruktiven, wenn auch nicht ambitionierten Verhandlungsrunde statt. Das Match hieß die am stärksten betroffenen Länder gegen die Ölindustrie. Praktisch schaut das dann so aus: In Kopenhagen hat man sich darauf geeinigt ein 2° Ziel – heißt, man will die globale Durchschnittstemperatur um nicht mehr als 2° steigen lassen – anzustreben. Da macht man zwar nix dafür, aber immerhin gibt es eine Marke. Nur 2° ist für viele Länder, v.a. kleine Inselstaaten schon deutlich zuviel. Die sagen jetzt 1,5° ist das Maximum. Um das zu erreichen muss man sofort handeln und daher soll sofort von der UNO untersucht werden wie man das am besten tun kann. Wissen wir zwar, aber es hätte politisch mehr Gewicht, wenn die UNO das tun würde.

So weit so gut. Gestern Abend im Abschlussplenum der zuständigen Detailverhandlungen – hier werden parallel mehrere Verhandlungsstränge geführt – hat Barbados das für die kleinen Inselstaaten beantragt und fast alle Länder haben dem zugestimmt. Außer Saudi-Arabien, unterstützt von Kuwait, Quatar und Venezuela. Alles Opec Mitgliedsländer, die ihre kurzfristigen Ölexportinteressen durch verstärkten Klimaschutz gefährdet sehen. Tja und heute in der Früh hat sich die Ölindustrie dann durchgesetzt. Keine Untersuchung zum 1,5° Ziel. Da können Inseln untergehen, da können Meere zerstört werden… Hauptsache die Ölindustrie darf weiter verschmutzen.

Bernhard Obermayr