Heute jährt sich die Katastrophe auf der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko zum zweiten Mal - wenn wir die Konsequenzen ansehen, die die Ölindustrie daraus gezogen hat, müssen wir glauben, nichts wäre je passiert. Hier sind die wichtigsten Punkte, die von der Ölindustrie ignoriert werden:

  1. Offenbar weiß es die Ölindustrie immer noch besser. Erinnern Sie sich noch an die vielen Kongress-Hearings in den USA, die Empfehlungen und Versprechungen unmittelbar nach Deepwater Horizon, es in Zukunft besser zu machen? All das führte zu nichts! Der US-Kongress hat keinen einzigen Strich in einem Gesetz geändert um die Ölindustrie besser kontrollieren zu können, die mit immer höherem Risiko nach Öl bohrt. Trotz des traurigen Beweis des Gegenteiles glauben die Regierungen immer noch, dass die Ölindustrie selbst auf sich aufpassen kann.
  2. Ölbohr-Pläne sind nicht absolut sicher. Erinnern Sie sich noch an die dramatischen Lücken in den Notfallplänen von BP nach dem Unfall? Wie die in dieser Region lebenden Walrosse betroffen waren? Shell's Notfall-Pläne für das Bohren in der Arktis haben sich im Genehmigungsverfahren in Luft aufgelöst. Nachdem sie diese nachgebessert hatten wurden sie auch nicht besser: es gibt derzeit noch nicht die Technologie, Öl aus dickem Eis abzusaugen. Das Risiko eines Blowout wie bei der Deepwater Horizon am Ende der Bohrsaison, kurz bevor das Eis wiederkehrt, wird einfach ignoriert.
  3. Es bedarf eines enormen Aufwandes eine Ölkatastrophe in den Griff zu bekommen. Über 6.000 Schiffe und zigtausende Menschen wurden für das Aufräumen der Katastrophe im Golf von Mexiko benötigt. Shell plant diesen Sommer in der Arktis zu bohren und hat gerade einmal neun Schiffe für den Katastrophenfall in der Tschuktschensee in den Unfallplänen bereit gestellt. Doch Alaska ist wesentlich schwieriger zu erreichen als der Golf von Mexiko, weit weniger Menschen leben in dieser Region und die US Küstenwache räumte ein, dass es keine Möglichkeit gibt ebensoviele Menschen wie bei der Deepwater Horizon Katastrophe einzusetzen.
  4. Unsichtbar bedeutet nicht, dass das Öl nicht länger im Meer ist. Das Leben im Golf von Mexiko ist in den vergangenen zwei Jahren erheblich beeinträchtigt worden. Obwohl Strände mittlerweile sauber aussehen, sieht die Sache am Meeresboden gänzlich anders aus. Ein ähnlicher Unfall in der Arktis wäre für die lokale Tierwelt und die Menschen verheerend.
  5. Wir müssen weg vom Öl. Es ist immer das Gleiche: nach jeder Ölkatastrophe in der Vergangenheit kamen Versprechungen, lange Gastkommentare in Zeitungen und der allgemeine Konsens, dass wir nicht weiter vom Öl abhängig sein dürfen (andere immer gleiche Reaktionen sind, dass alle Betroffenen entschädigt werden, dass so etwas nie wieder passieren darf und kann, weil die Sicherheitsnormen verbessert werden). Doch nichts ist tatsächlich passiert. Wir haben die Technologien den Ölverbrauch zu reduzieren, werden aber von denen, die von dieser schmutzigen Energie profitieren, zurückgehalten.

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