Kumi Naidoo – Geschäftsführer von Greenpeace - über die Möglichkeiten in Indonesien.

Ich bin in Indonesien angekommen – ein Land an der Kippe – betroffen von Abholzung und Klimawandel.
Indonesien ist der drittgrößte Klimasünder der Welt – wegen der Abholzung des Regenwaldes im Land werden Unmengen an Treibhausgasen produziert. Die indigenen Völker Indonesiens müssen zusehen, wie ihre Häuser und Lebensräume verschwinden. Gefährdete Arten, wie Tiger und Orang-Utans verlieren ebenso ihre Habitate.

Ich bin jetzt hier, weil Indonesien und Norwegen genau jetzt die Chance haben, Geschichte zu schreiben. Gemeinsam haben sie die Möglichkeit ein Vorbild zu geben. Ein Vorbild, das die Welt vor drohender Klimakatastrophen hin zu neuen Formen grüner, globaler Wirtschaft führen kann.  Die Norwegische Regierung verhandelt mit der Regierung Indonesiens über einen 1 Milliarden US-Dollar Deal, um ihre Regenwälder und kohlenstoffreichen Torfländer unter Schutz zu stellen. Wenn dieser Deal klappt, kann der jahrtausendealte letzte Regenwald Indonesiens – der Paradise Forest – stehen bleiben, können Tiger und Orang-Utans wieder unbeschwert ihr Zuhause zurückerobern und Menschen im und vom Wald wieder gut leben. Und zu guter letzt könnte der geschützte Regenwald helfen den Klimawandel aufzuhalten.

Wenn der Deal nicht klappt – wenn gegenwärtige Schlupflöcher nicht ausgebessert werden – werden dort agierende Unternehmen weiterhin die Erlaubnis haben, unsere Natur ungestraft zu Zellstoffschnitzeln und ähnlichem einzustampfen. Wir wünschen uns, dass Indonesien davon profitieren kann, wenn sie diesen bedeutungsvollen Schritt hin zu einer globalen nachhaltigen Wirtschaft setzen. Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Weiterentwicklung können Hand in Hand gehen. Eine nachhaltige Palmöl-Produktion und Papierindustrie könnten eine wesentliche Rolle in Indonesien spielen – jetzt und für die Zukunft.

Wir von Greenpeace wünschen uns, dass Norwegisches Steuergeld in der richtigen Art und Weise eingesetzt wird. Wir von Greenpeace hoffen, dass diese norwegisch-indonesische Initiative ein Vorbild wird für weitere globale Initiativen. Deshalb bin ich hier in Indonesien,  um die Rainbow Warrior willkommen zu heißen und verschiedenste Menschen zu treffen – aus der Regierung, der Zivilbevölkerung, der Industrie und der Kirche. Es ist eine gute Gelegenheit, die ich nicht verstreichen lassen möchte.

Und es gibt Unternehmen hier, die für ihre falschen Versprechungen die Regenwaldabholzung zu beenden, angegriffen wurden und verständlicherweise deshalb negative Gefühle gegen Greenpeace hegen.
Wir fordern diese Unternehmen auf, ihren Worten Taten folgen zu lassen und ihren Versprechungen gerecht zu werden.
Wir arbeiten mit lokalen und indigenen Gruppen zusammen, um die Abholzung ihrer Regenwälder in Indonesien, auf Papua Neuguinea, auf den Solomonen, als auch im Amazonas und in Afrika, zu stoppen. In Kanada hatten wir den gewünschten Erfolg für den „Great Bear Rainforest“ schon.

Es sind notwendige Schritte auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene, um die Bremse zu ziehen gegen den Klimawandel und für den Schutz der Artenvielfalt des Lebens.
Hier und rund um den Globus verschwinden die Wälder. Deshalb gibt es keine Zeit zu verlieren. Wir müssen diese letzten Wälder jetzt schützen.