Was haben Sie heute an? Berühren sie es. Machen Sie schon! Wie fühlt es sich an? Ja, sie berühren ein Kleidungsstück. Sie berühren ein Stück Stoff. Sie berühren eine modische Entscheidung. Und dennoch steckt mehr dahinter: Sie berühren auch eine Geschichte. Weil jedes Kleidungsstück – in ihrem Schrank, in meinem Schrank, im Schrank von jedem und jeder von uns – eine Geschichte erzählt.

Derzeit schreiben Modemarken diese Geschichte für uns. Es spielen weltweite öffentliche Wasserwege mit, die als private Abwasserkanäle genutzt werden. Es spielen vergiftete Flüsse mit. Es spielen gefährliche, langlebige, hormonell wirksame Chemikalien mit, die Ökosystemen und Existenzen beträchtlich schaden können.

Ich weiß nicht, wie Sie das sehen, aber wir von Greenpeace mögen diese Geschichte nicht. Wir lieben unsere Kleidung, das tun wir wirklich. Denn mit unserer Kleidung drücken wir aus, wer wir sind und zeigen uns damit in der Öffentlichkeit. Aber wir sind absolut davon überzeugt, dass unsere Mode nicht im wahrsten Sinn des Wortes die Welt kosten darf.

Nein, unsere Kleidungsstücke müssen nicht mit gefährlichen Chemikalien in Verbindung gebracht werden. Sie müssen nicht intransparent produziert werden und Wasserverschmutzung durch Giftstoffe verursachen. Sie müssen nicht so gestaltet sein, dass sie schneller ausgeleiert sind als wir sie kaufen können.

Es gibt einen anderen Weg – und es sind Menschen wie Sie, die einen solchen herbeiführen können. Jetzt kommt’s: Die Markenhersteller, die dafür verantwortlich sind was wir tragen, hören auf uns. Warum? Weil sie ohne uns nichts sind. Ja, das stimmt: NICHTS: Und sie wissen das.

Wir sind keine Rädchen in ihrem Getriebe.

Wir haben unglaubliche Macht über sie – jede und jeder Einzelne von uns, und erst recht, wenn wir uns alle zusammenschließen.

Wir nennen es #PeoplePower – und die Macht der KonsumentInnen steigt von Tag zu Tag: Wir sind Menschen, die ihre Kleidung lieben – und wir stehen bereit, um Dinge voranzutreiben. Das ist auch der Grund, warum sich die Detox-Kampagne von Greenpeace heuer vertieft mit gefährlichen Chemikalien bei der Produktion von aktueller Mode beschäftigt.

Heute decken wir die Zusammenhänge auf, wie Textilfabriken mit gefährlichen Chemikalien Wasser verschmutzen. Unsere Untersuchung enthält 141 Kleidungsstücke von 20 weltweit tätigen Modekonzernen, wie Zara, das chinesische Modelabel Metersbonwe, Calvin Klein, Levi’s, Mango, Tommy Hilfiger und Vero Moda. Lesen Sie Details in unserem Report "Giftige Garne"

 

Wir fordern von diesen Marken die Freisetzung gefährlicher Chemikalien in die Umwelt und in die Produkte zu beenden - alle Infos auf unserer Detox-Seite. Die beste Möglichkeit das zu tun ist, diese durch harmlose Alternativen zu ersetzen. Um zu zeigen, dass sie es ernst meinen, müssen diese Unternehmen Transparenz zeigen und veröffentlichen, welche Chemikalien in welchen Fabriken von welchem Zulieferbetrieb freigesetzt werden.

Wenn die Marken, die echte Macht besitzen und mit ihren Zulieferbetrieben daran arbeiten, harmlose Alternativen zu gefährlichen Chemikalien zu entwickeln und diese schnell auf den Markt bringen, dann werden andere folgen. Wenn #PeoplePower, also die Macht der KonsumentInnen, genug Druck macht, können wir dies weltweit und für immer ändern.

Bedenken Sie was wir bereits erreicht haben: Sieben große, weltweit tätige Textilkonzerne (Puma, Nike, Adidas, H&M, M&S, C&A and Li-Ning) haben sich dazu verpflichtet, sich zu ändern – weil Menschen wie Sie es von ihnen gefordert haben.

Bislang haben sich Marken wie Zara schweigsam verhalten. Wenn Sie unsere Vision für die Zukunft teilen, schließen Sie sich uns an! Motivieren wir gemeinsam Zara dazu, seine Mode zu “entgiften”. Sagen Sie Zara, dass Sie keine gefährlichen Chemikalien in Ihrer Kleidung und auch nicht in den weltweiten Wasserwegen haben wollen - unterzeichnen Sie unsere Petition! Gemeinsam können wir die Geschichte unserer Bekleidung neu schreiben und in bessere Richtung führen.

Yifang Li ist Chemie-Expertin bei Greenpeace Ostasien.